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Eingang
nach Süden

Blick
von Süden
In
Nebel auf Amrum gibt es einen Ort, der wie kein anderer das
zugleich Tragische und Hoffnungsvolle
des
Todes verkörpert: der 1906 angelegte Friedhof der Namenlosen.

Unter
seinen einfachen Holzkreuzen liegen jene Ertrunkenen begraben,
die von den Wellen an den breiten
Inselstrand
gespült und nie identifiziert wurden. Sie starben einen
einsamen, kalten Tod. Aber die Bereitschaft
der
Inselbewohner, auch diesen ihnen unbekannten Toten eine letzte
Ruhestätte zu verschaffen, zeugt von
Anteilnahme
und Identität. Es könnte ja auch einmal einen der Ihren
treffen …
Eine
Bestattung der Gestrandeten auf dem christlichen Kirchhof
verbot sich jedoch, weil Glaube und Herkunft
nicht
bekannt waren. Damit zählt der Nebeler Namenlosen-Friedhof für
unbekannte Strandleichen zu den
Besonderheiten
der Nordseeküste und ist eine Perle der maritimen
Kulturgeschichte.
Prof. Dr.
Norbert Fischer (Universität Hamburg)
Freut
euch, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind!
Lukas-Evangelium
10,20
Männer
fuhren auf Schiffen los und kamen nie zurück. Auf Amrum
angeschwemmt waren sie nicht
identifizierbar.
Nicht wie vorher irgendwo in den Dünen oder auch auf einem Plätzchen
auf dem Friedhof
an
der Kirche, sondern jetzt auf einem eigens eingerichteten
Friedhof wurde ihnen Ehre zuteil: Jeder
Mensch
hat einen Namen, bekommt einen Ort der Ruhe nach all den Stürmen,
die Namen sind im
„Buch
des Lebens“ oder „im Himmel“ aufgeschrieben. Wenn wir
diese Namen nicht kennen – Gott kennt sie.
Im
Jahr 1906 wurde auf diesem eigens dafür eingerichteten
Friedhof zum ersten Mal beerdigt, 1969 zum
letzten
Mal. Seither können auch nicht wieder erkennbare
Strandleichen identifiziert werden.
Dieser
Friedhof ist nicht mehr nötig. Die
St.-Clemens-Kirchengemeinde hat diesen Friedhof über die
eigentliche
Ruhefrist von hier 30 Jahren hinaus bewahrt. Er ist ein Ort
der Erinnerung und des
Gedächtnisses:
Das Meer spendet Leben und schickt in den Tod. Gerade an der
Nordsee-Küste
ist
es launisch und schwer berechenbar. Schiffe
führen Menschen und Waren über das Meer.
Sie
schützen und bergen, bewahren mitten in Gefahr.
Foto: Kapelle
Wittdün, Seenot

In
der 2010 durch die Verlegung der Landesstraße notwendig
gewordenen Umgestaltung dieses Friedhofes
kommen
drei Schiffe als Symbole für Leben und Tod zum Einsatz:
Das Schiff des
Lebens im Süden ist geschnitzt aus einer Eiche, die 1496
in den Niederlanden zu wachsen
begann,
1627 dort gefällt wurde und vermutlich zum Einsatz kam als
Schiffsbalken. 1683 wurde sie in einem
Nebeler
Kapitänshaus verbaut. Als in 2010 eine Renovierung anstand,
wurde sie entfernt und kam für den
Namenlosenfriedhof
zum Einsatz: Als Arche oder Plattbodenschiff, geschnitzt von
einem Amrumer, steht
sie
jetzt auf einem Mast und dreht sich im Wind.

Schiff
des Lebens
Zurecht
gesägt von Volker Göpfert, geschnitzt von Helmut Seesemann
Die
Todesbarke ist das Schiff, auf dem nach mythologischer
Vorstellung die Sonne bei Nacht durch das Reich
des
Todes fährt. Dieses Schiff ist im Norden aufgestellt.

Die
Todesbarke
Schmied:
Herrmann Christiansen / Fahretofter Schmiede
Das
sinkende Schiff ist ein Schiff der Bitte um Ihre Gabe. Die
Kirchengemeinde unterhält diesen Friedhof aus
eigener
Kraft. Sie erhält dafür keinerlei Zuschüsse. Einzig die
Nutzerinnen und Nutzer, die diesen Ort gerne
besuchen,
zeigen durch Ihre Gebefreudigkeit, was und wie viel ihnen
dieser Ort bedeutet. Die Konfirmandinnen
und
Konfirmanden der Kirchengemeinde geben ihren Arbeitseinsatz
zur Pflege.

Sinkendes
Schiff. Hier können sie Ihre Gabe versenken … (Fahretofter
Schmiede)
Kto:
8000 7271, BLZ 217 500 00, Nord-Ostsee-Sparkasse
Verwendungszweck:
St.Clemens, Amrum – Friedhof der Namenlosen
Am
18.Februar 2012 wurde der neu gestaltete Friedhof der
Namenlosen an die Öffentlichkeit übergeben.

Helmut
Seesemann hat das Schiff des Lebens geschnitzt,
Frank
Hansen hat die Neugestaltung geplant
Pastorin
Friederike Heinecke beim Dankesagen

Der
Posaunenchor bläst zur Eröffnung

Schauen Sie mal
rein!
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