Das LandArt - Projekt

 

Quick-Links:

 

ð  Das Projekt

ð  Die Macher

ð  Pressemitteilungen

ð  Amrum-News Artikel vom 23.06.2009

ð  Aktions-Dokumentation der Künstler

 

ð  Bildergalerie

 

ð  TAGEBUCH

·          Sonntag, 7.Juni:                    Eröffnung des Projektes

·          Montag, 8.Juni:                     Die Macher, Projektbeginn

·          Dienstag, 9.Juni:                   Projektvorstellung in der Schule, Stöcke weißen

·          Mittwoch, 10.Juni:                 Die ersten Stelenstöcke werden aufgestellt, Vorbereitungen für das „Amrumer Strandgrün“

·          Donnerstag, 11.Juni:            Vorbereitungen für „Schwebende Hölzer“ und „Öömrang Strun Green“

·          Freitag, 12.Juni:                    Die Künstler in der Schule, Projektarbeiten in vollem Gange

·          Samstag, 13.Juni:                 Das Stelenfeld und die Strandgrünung „stehen“

·          Sonntag, 14.Juni:                  Die Projektarbeiten im Visier der Besucher

·          Montag, 15.Juni:                   Strand-Mosaik, schwebende Hölzer, Stelenfeld, Rasenquadrat am Strand

·          Dienstag, 16.Juni:                 Eindrücke eines ereignisreichen Projekttages in Bildern

·          Mittwoch, 17.Juni:                 Ein neues Mosaik entsteht und vergeht, das rote Stelenfeld in der Morgensonne

·          Donnerstag, 18.Juni:            Die Strand-Installation von Kindern der Grundschule Husum-Schobüll

·          Freitag, 19.Juni:                    eine kleine Bildergalerie von dem Geschaffenen (und den Geschafften)

·          Samstag, 20.Juni:                 Finale / Finissage

 

ð  Feedback

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Wenn Sie uns auch Ihre persönlichen Eindrücke mitteilen möchten,

können Sie das per Mail hier unten tun, wir freuen uns auf Ihre Nachricht:

                        => Pastorin Friederike Heinicke                         => Joachim Mocka („spiritus rector“ des Projektes)

 

                        Die Künster erreichen Sie direkt über untenstehende Links:

                        => Margit Huch                                   => Andrea Staroske                           => Arno Neufeld

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NEBEL:LEBEN   LandArt auf Amrum

 

 

 

 

 

 

 

Pressemitteilungen:

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06.06.2009:

 

Endlich war es windstill genug, das Rollbild von Anna Susanne Jahn „Die große Wand 1“ am Kirchturm der St.Clemens-Kirche aufzuhängen.

Um 8.30 waren Olaf Isemann und Christian Peters mit einem Kran an der Kirche. Rund zwei Stunden dauerte es, bis das gut 8 Meter lange Bild am Kirchturm befestigt war.

 

große Wand aufhängen

 

Es zeigt Schichten und Schichtungen einer Wand in Schöningen, die durch den Tagebau freigelegt worden war. Anna Susanne Jahn verbrachte den Sommer 2004 mehrere Monate in Schöningen, um künstlerisch abzubilden, was das Leben, der Tagebau, der Hunger nach Wärme und Strom durch den Abbau der Braunkohle in der Landschaft verursacht hatte.

Am Kirchturm der St.Clemens-Kirche hängt eine Reproduktion des eigentlich 10 Meter langen Kunstwerkes, die hoffentlich Wind und Wetter standhalten wird. In ihrem Atelier im Smäswai ist das Original zu sehen.

 

Hinweis:           Zur Besichtigung vor Ort am Kirchturm bitte möglichst ein Fernglas mitbringen,

                        denn die kleinen Fliegen und Käfer in 10 Meter Höhe sieht man so besser.

 

Mit dieser Präsentation beginnt das LandArt-Projekt der St.Clemens-Kirchengemeinde, das am 20. Juni 09 seinen Höhepunkt haben wird.

Arno Neufeld, Margit Huch und Andrea Staroske werden unter dem Motto:

Nebel : Leben am Nebeler und am Süddorfer Strand in der Natur und mit der Natur Kunstwerke erstellen, die den Dialog mit der Landschaft und den Menschen suchen und anschließend wieder vergehen werden.

 

 

03.06.2009:

Vom 10. – 20 Juni 2009 veranstaltet die ev. Kirchengemeinde St. Clemens in Nebel auf Amrum unter dem Titel NEBEL - LEBEN ein Land-Art-Projekt, dessen Programm Sie bitte dem hier abgedruckten Flyer entnehmen möchten.

Gestartet und begleitet wird das Projekt mit einer Arbeit der Malerin Anna Susanne Jahn, die seit 2007 auf der Insel Amrum lebt und arbeitet. Ihre „Große Wand“ entstand im Jahr 2004 in Schöningen. A.S. Jahn setzt sich mit dem Thema Tagebau-Landschaft auseinander. Entstanden ist eine 10,07 m lange und 1,4 m breite Riesenmonotypie, deren Reproduktion in Originalgröße ab dem 7. Juni zumindest für die Dauer des LandArt-Projektes der Kirchengemeinde am Kirchturm präsentiert wird.

Dargestellt ist der Tagebau mit seinen vielen Aspekten (Bodenschichtungen – Erdzeitalter – Menschheitsgeschichte – Spuren vergangener Lebewesen und Landschaften). Dies war das Thema der Malerin Während eines Arbeitsaufenthaltes in Schöningen als Stipendiatin der Stiftung Nord/LB-Öffentliche im Sommer 2004. Von unserer heutigen Gegenwart malte sich Anna Susanne Jahn immer tiefer in die Bodenschichten der Vergangenheit hinab. Ihre Arbeit behandelt die Lebewesen der Frühgeschichte ebenso wie die Veränderungen der Landschaft über viele Jahrtausende hinweg, vor allem jedoch die Spuren des vergangenen Lebens,  der Menschen und Tiere in ihren jeweiligen Zeitaltern. Um den riesigen zeitlichen wie räumlichen Dimensionen gerecht zu werden, wurde ihre druckgrafische Arbeit von 2004 eine Monotypie der Superlative – sie erreichte das stolze Format von 1,4 x 10,07 m.

Vorausgesetzt, die Witterungsbedingungen lassen es zu, wird „die Wand“ den Sommer lang am Kirchturm hängen bleiben. Ergänzend zeigt Anna Susanne Jahn das Original und weitere Arbeiten aus ihrem facettenreichen Projekt „Die große Wand“ sowie Ausschnitte der riesigen Originale in ihrem Atelier im „Alten Pastorat“, Smäswai 4 in Nebel/Amrum.

Am Sonntag, dem 7. Juni 2009 um 10.00 findet in der St. Clemens-Kirche ein „Land Art“-Gottesdienst mit Pastorin Friederike Heinecke statt, die in ihrer Predigt auch über „Die große Wand“ sprechen wird.

Am Nachmittag des 7. Juni um 15.30 Uhr wird Anna Susanne Jahn an der Kirche von St. Clemens ihre Arbeit selbst erläutern. Anschließend besteht die Gelegenheit zu einem Galeriebesuch mit Besichtigung der Originale im Atelier der Malerin. Die begleitende Ausstellung zur „Großen Wand“ wird ebenso wie die Installation am Kirchturm voraussichtlich bis zum 7. September 2009 gezeigt.

 

Zu folgenden Öffnungszeiten kann die Galerie besucht werden:

Montags und Freitags:       10.00 -  12.00

Donnerstags:                        17.00 - 19.00

Mittwochs:                            15.00 - 18.00 offene Malwerkstatt

 

Einzelheiten zur Vita der Malerin sind zu finden unter

www.annasusannejahn.de

 

 

 

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Amrum-News – Pressemitteilung

© 2009 www.amrumnews.de

 

Danke NEBEL : LEBEN...(kt)
Das Landart Projekt feierte auf Amrum sein Finale (Artikel vom 23.06.2009)



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Schulklasse aus Schobüll mit Joachim Mocka, im Hintergrund sind die Steelen von Margit Huch zu sehen

Am vergangenen Samstag ging das Landart Projekt "NEBEL:LEBEN" der Kirchengemeinde St.Clemens zu Ende. Der Kurator Joachim Mocka präsentierte mit den drei eingeladenen Künstlern bei der Finissage im St.Clemens-Hüs die Arbeitsergebnisse der vergangenen beiden Wochen. Margit Huch, Andrea Staroske, Arno Neufeld stellten ihre Ergebnisse vor: Margit Huch hatte auf dem Strand zwischen Nebel und Süddorf aus 64 ockerrot gefärbten Totholzästen ein Stelenfeld errichtet. Andrea Staroske hatte auf dem Nebeler Strand ein 5 X 5 qm großes Quadrat aus Rollrasen installiert und Mosaike gelegt, die aus bunten Erbsen bestanden und von der Flut ins Meer geholt wurden. Arno Neufeld hat am Bohlenweg zwischen der Süddorfer Aussichtsdüne und dem Süddorfer Strandübergang eine Installation aus schwebenden weißen Hölzern errichtet.

Im April kamen die vier Landart Künstler nach Amrum, um sich von der Insellandschaft Amrums künstlerisch inspirieren zu lassen. Die Weite des Strandes, die Schönheit der Heide, des Waldes und die gesamte Inselidylle ließen viele Ideen in den Künstlern wachsen. Landart ist eine Kunstform, die sich mit der Natur in der Natur beschäftigt und wurde um 1969 in New York als "earth work" geboren. Im Gegensatz zu den in Museen und Galerien ausgestellten Kunstwerken wurde hier ausschließlich in der Natur gearbeitet. Nicht nur das Ergebnis, auch der Weg dahin, ist ein Kunstwerk. Der Prozess des Werdens, Seins und Vergehens hat in der Landart eine hohe Bedeutung. Nicht mehr das einzelne Bild für unbezahlbares Geld im Museum war der Mittelpunkt, sondern eine Kunst in der Natur, für jedermann zugänglich und für alle Menschen offen sie zu erleben. Auf Amrum haben Margit Huch , Andrea Staroske und Arno Neufeld Anfang Juni ihre Projekte begonnen.

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Andrea Staroske beim Erbsenmosaik

Joachim Mocka, selbst ebenfalls Künstler, agierte als künstlerischer Mittelsmann und leitete Schülerinnen und Schüler zu eigenen Projekten an. Das Stelenfeld von Margit Huch am Nebeler Strand soll an einen Soldatenfriedhof erinnern und steht für aussterbende und ausgestorbene Tierarten im Wasser und auf dem Land. Es heißt „in Memoriam“ und ist eine Ermahnung, vorsichtig mit dem großen Schatz der Natur umzugehen und nicht sinnlose Tode in kauf zu nehmen. Die Gefahr, die mit Umweltverschmutzung, Erderwärmung oder Überfischung real ist, und uns eine Warnung sein soll auf unseren großen Schatz, die Natur, auf zu passen und ihr nicht ein Grab zu schaufeln. Während Margit Huch ihre

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Arno Neufeld mit seiner Schwebebrücke, die hier einen neuen Weg durch den Wald leitet

Holzstäbe mit Hilfe der Amrumer Schüler zwischen Süddorfer und Nebler Strand plazierte, knotete sich Arno Neufeld am Süddorfer Strandweg durch Heide und Wald. Seine Schwebebrücke wurde wie auch die Holzstäbe am Strand von vielen Fragen im Dialog mit beobachtenden Menschen begleitet. Andrea Staroske erntete unglaubliche Blicke, als sie auf ihrem Rollrasen von den Fluten der Nordsee umrundet wurde. Sie ließ wundervolle Erbsenmosaike am Strand entstehen, die Stunden später durch die Nordsee davon gespült wurden. Die Vergänglichkeit der Kultur war das Thema von Andrea Staroske, ihre Arbeiten am Amrumer Strand entstehen und vergehen zu lassen. Die Schönheit der Natur ließ Arno eine Schwebebrücke bauen. Eine Brücke auf der man nicht gehen, die man aber sehen kann, die ein Mensch nicht laufen, aber mit Augen durchlaufen kann. Die Natur begehen auf einem Weg, der die Natur nicht berührt. Eine schwebende Brücke die über Heide und durch den Wald geht, den Blick des Betrachters leitet auf neuen Wegen.

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Joachim Mocka, Margit Huch, Andrea Staroske und Arno Neufeld

Joachim Mocka gestaltete mit Schülern aus Schobüll eine riesengroße Spirale aus Hölzern und Tannenzapfen, und brachte den Schülern den Kreislauf und die Wichtigkeit für ein "rundes Leben" näher. Das Landart Projekt auf Amrum wurde durch viele helfende Hände erst möglich und so erfolgreich. Pastorin Friederike Heinecke dankte nicht nur den Künstlern für ihre hervorragende Arbeit sondern vor allem den Menschen durch deren Einsatz dies Projekt möglich wurde. Frank Hansen hat hunderte von Fotos während dieser Tage gemacht, die im St.Clemens-Hüs weiterhin zu sehen sein werden. In absehbarer Zeit wird ein Katalog erscheinen, der dieses Landart-Projekt dokumentiert und den Kunstwerken der drei Künstler Raum gibt. Ein großes Dankeschön galt allen Sponsoren, die das Projekt unterstützten: dem Ehepaar Langenhan, Babara Strauss und Rüdiger Seiffert und seinen Schülern – und vielen anderen mehr. Es werden die Kunstobjekte noch lange in der Natur Amrums zu sehen sein, wie lange, das entscheidet die Natur.

Verantwortlich für diesen Artikel: Kinka Tadsen

 

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24.06.2009:

 

Am 20. Juni ging das LandArt-Projekt in Nebel auf Amrum zu Ende. Zwei Wochen lang gestalteten die KünstlerInnen Margit Huch, Andrea Staroske und Arno Neufeld Kunstwerke in und mit der Natur.

Die Kirchengemeinde St. Clemens hatte dieses Projekt gemeinsam mit dem Künstler und Grafikdesigner Joachim Mocka ins Leben gerufen, der auch für die Namensgebung NEBEL:LEBEN und das visuelle Erscheinungsbild verantwortlich war und mit seiner eigenen Erfahrung als LandArt-Künstler die Koordination zwischen Künstlern und Kirchengemeinde übernahm.

Ein neuer Dialog zwischen Kunst und Kirche wurde eröffnet, der sich niederschlug in eigens dazu gestalteten Gottesdiensten und musikalischen Abendfeiern. St. Clemens öffnete ihre Türen für eine Fülle an „Kunst und Kirche“-Veranstaltungen. Christa Langenhan, Pastorin Friederike Heinecke und Frank Hansen organisierten mit unermüdlichem Engagement das Projekt vor Ort.

Eingebunden in das Projekt war auch die Öömrang-Skuul. Die LandArt-Künstler und Joachim Mocka besuchten die Schüler im Unterricht und brachten das Thema anschaulich nahe. Mit ihrem Kunsterzieher Rüdiger Seifert halfen die Schüler tatkräftig beim Entstehen der Kunstobjekte.

Mit Margit Huch sammelten sie im Wald totes Holz für ein Stelenfeld auf dem Kniepsand. Sie färbten Stäbe mit Ocker rot und gruben die Stelen exakt ein. Das eindrucksvolle Feld mit dem Titel „In Memoriam“ erinnert an einen Soldatenfriedhof und steht für aussterbende und ausgestorbene Tierarten.

Arno Neufeld spannte weiß gefärbte Äste an Kokosbändern entlang des Wegesrandes am Süddorfer Bohlenweg, bis sie im Wäldchen luftige Höhen gewinnen. Die weißen Stäbe ergeben einen Weg, auf dem die Augen spazieren gehen können. Die Installation zeigt besonders die Behutsamkeit, in der wir uns in der Landschaft mit der Landschaft bewegen. Der Dialog mit den Besuchern wurde gewünscht und gesucht.

Andrea Staroske gestaltete zunächst auf dem Kniepsand ein 25 qm großes Quadrat aus Rollrasen, das widriger Witterung zum Trotz wenigstens einige Tage grün war. Darüber hinaus legte sie Mosaike aus farbigen Erbsen, die von der Flut mitgenommen wurden. In ihren Arbeiten wurde das Thema „Vergänglichkeit“ besonders stark spürbar.

Die Grundschule Schobüll kam mit achtzig Kindern einen Schulausflugstag lang zu Besuch. Unter der Anleitung von Joachim Mocka legten sie als eigenes LandArt-Projekt vor der Satteldüne eine riesige Spirale aus Kiefernzapfen und anderen Naturmaterialien.

Am Samstag, dem 20.Juni wurde das Ende des Projektes gefeiert. Vor Ort berichteten die KünstlerInnen von ihren Gedanken und ließen sich auf Fragen und Gespräche ein.

Zahlreiche Menschen haben Anteil genommen an diesem Projekt, viele waren eigens dafür angereist.

Dem Ministerpräsidenten und der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein sowie vielen weiteren Sponsoren sei gedankt für die freundliche Unterstützung dieses Projektes.

Die Installationen von Arno Neufeld und Margit Huch bleiben nun bestehen – bis sie vergangen, Vergangenheit sein werden.

In Kürze erscheint ein Katalog, der jedem Kunstwerk einen eigenen Platz einräumt und es ermöglicht, auch im Nachhinein Anteil zu nehmen. Das Buch kann über die Kirchengemeinde St. Clemens bezogen werden.

 

 

 

 

Tagebuch

  

Sonntag, der 7. Juni

 

Heute wurde das LandArt-Projekt eröffnet.

Um 10:00 Uhr begann der Gottesdienst, die Kirche war bis auf den vorletzten Platz besetzt. Viele schienen die Flyer gelesen zu haben. Die Ankündigung im Insel-Boten muss das Ihrige dazu beigetragen haben.

In ihrer Predigt setzte sich Pastorin Friederike Heinecke mit dem Bibeltext Joh. 3, 1-8 und dem Kunstwerk „die große Wand 1“ auseinander. (Die Predigt ist auch hier unter „Texte“ nachzulesen)

 Der Posaunenchor spielte nach dem Gottesdienst, die Menschen strömten aus der Kirche: die einen zum Posaunenchor, die anderen, um das Bild am Kirchturm zu betrachten.

Im Gottesdienst waren Joachim Mocka, der „spiritus rector“ des Projektes, Christa Langenhan und Frank Hansen als Realisatoren und die drei Kunstschaffenden Andrea Staroske, Arno Neufeld und Margit Huch begrüßt worden. Der Mut aller, sich auf etwas so „Verrücktes“ einzulassen, wurde von der Gottesdienstgemeinde mit Beifall begrüßt.

Anna Susanne Jahn war ebenfalls im Gottesdienst anwesend. Sie stand den Gästen nach dem Gottesdienst zu ihrer Arbeit Rede und Antwort. Um 15:30Uhr  gab sie eine Einführung in ihr Kunstwerk, das in ihrer Galerie im Smäswai auch im Original zu betrachten war.

 

Anna S. erläutert 2   nach dem Gottesdienst 4

 

Ca. 100 Menschen waren zur Kirche gekommen, darunter auch einige Amrumer. Engagiert erzählte Anna Susanne Jahn von dem Entstehungsprozess ihres Werkes, von den Geschichten, die darin erzählt werden, von den Gesteinsschichten, die Geschichte, vergangene Gegenwart abbilden.

Parallel dazu richteten sich die KünstlerInnen ein. Das St.Clemens-Hüs als offenes Atelier wurde bezogen. Gemeinsam überlegten sie, wie der „kleine Saal“ gestaltet werden könnte, um Interessierten und ihnen selbst einen Anlaufpunkt zu bieten für Stärkung, für Informationen, für kreative Prozesse. Das Zelt, das eigentlich zum Aufbau auf dem Strand gedacht war, wurde in einer windgeschützten Ecke am St.Clemens-Hüs aufgebaut. Nun liegen dort die Hölzer, mit denen Margit Huch arbeiten wird. Sie möchte auf dem Strand ein Stelenfeld errichten, „Memorial“ genannt. Symmetrisch genau ausgemessen sollen dort gerade und krumme Baumstämme stehen, rot mit Ockerfarbe gefärbt. Sie sollen stehen für ausgestorbene und aussterbende Tierarten zu Lande und zu Wasser auf dieser Erde. Heute war sie mit Michael und Christa Langenhan im Wald unterwegs, um das für ihr Projekt richtige Holz zu finden, das nun vor dem kommenden Regen geschützt in Zelt liegt.

Andrea Staroske und Arno Neufeld kümmerten sich zunächst um die mitgebrachten Bilder, die ihre Arbeiten dokumentieren. Im Foyer des St.Clemens-Hüs hängen sie nun und geben Einblicke in ihre Art zu arbeiten.

Arno Neufeld wird am Bohlenweg in Süddorf eine Installation mit weißen Hölzern vornehmen, die eine neue Weg- und Linienführung in die Dünenlandschaft setzt. Weiß gefärbte Hölzer werden gespannt werden, horizontal, und damit neue Sichtweisen auf die Landschaft freigeben.

Andrea Staroske hat sich ganz dem Humor und der Feingliedrigkeit verschrieben. Sie möchte am Süddorfer Strand auf der Bildgrundlage der sog. Friesenkacheln mit Erbsen Muster in den Sand legen, die vom auflaufenden Wasser weggeleckt werden. Zudem wird noch etwas mit dem auf der Insel allseits beliebten Rollrasen geschehen, vorausgesetzt es gibt welchen. Denn die derzeitige Trockenheit könnte dazu führen, dass keiner geliefert werden kann – wir werden es sehen und uns überraschen lassen.

Jedenfalls haben sich alle am ersten Tag so gut es ging eingerichtet. Die Bleibe in Wittdün gibt ein behagliches Zuhause ab. Für die Mobilität aller ist gesorgt, Dirk Hansen vom Nebeler Fahrradverleih hat zwei Fahrräder gesponsert. Margit Huch hat ihre Hölzer zusammengesammelt, Arno Neufeld hat seine Hölzer zur Schule gebracht: Dort werden sie morgen zusammen mit SchülerInnen geweißt werden.

Zufriedenheit und Erschöpfung am Tagesende, die Zufriedenheit ist das Wichtigste!

 

 

 

Montag, der 8. Juni

 

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Die LandArt-Macher: Margit Huch, Andrea Staroske und Arno Neufeld

 

Nachdem gestern das große Zelt nicht am Strand sondern am St.Clemens-Hüs aufgebaut worden ist, kann heute Margit Huch ihre Hölzer im trockenen Zustand bearbeiten. Die Hölzer werden mit Ponal eingestrichen und mit Ocker bestreut.

Arno Neufeld hat heute seine Hölzer geschnitten, die morgen von den SchülerInnen der öömrang skuul mit weißer Kalkfarbe gestrichen werden. Er hat vor, zwischen der Aussichtsdüne in Süddorf und dem Strandübergang weiße Hölzer zu spannen, die neue Linienführungen in der Landschaft vornehmen. Luftig und transparent, weiß und leuchtend.

Andrea Staroske bereitete sich im St.Clemens-Hüs darauf vor, ein verspieltes, humorvolles Kunstwerk am Flutsaum zu installieren: Sie hat die Muster von Friesenkacheln kopiert und möchte diese Muster am Flutsaum mit Erbsen in den Sand legen. Wenn die Flut kommt, werden sie aufgeleckt werden und davon kullern – Zeit und Dauer gibt’s nur im Jetzt.

Margit Huch hat gestern im Wald die Hölzer gefunden, die sie benötigt, um ihr Kunstwerk „Memorial“ auf dem Kniepsand zu installieren. Sie hat vor, ein symmetrisches Stelenfeld aus größeren Ästen zu errichten. Heute hat sie ihren Platz gefunden und mit Hilfe von Frank Hansen und Michael Langehan ausgemessen und ausprobiert. Die erste Stele wurde bereits eingegraben. (siehe Foto). Die Stelen sollen rot gefärbt sein: Ocker, die Farbe des Blutes und des Todes. Jede Stele soll, ähnlich wie bei Soldatengräbern (vgl. D-Day), an eine aussterbende Tierart zu Lande und zu Wasser erinnern. Zurzeit ist es die Aufgabe, die Hölzer mit Ocker rot zu färben. Barbara Strauss hilft ihr dabei. Es werden noch viele Helferinnen und Helfer willkommen sein!

 

Dienstag früh werden alle drei KünstlerInnen in der Schule von ihren Projekten erzählen. Joachim Mocka, unser Kurator, wird etwas über LandArt erzählen, ein Thema, das den SchülerInnen durch die Arbeit mit Rüdiger Seifert bereits vertraut ist.

Am Mittwoch werden alle drei ihre Arbeit auf den Plätzen beginnen.

 

Das Projekt in vollem Gange:

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Dienstag, der 9. Juni

 

Heute Morgen ging es in die öömrang skuul, die Amrumer Schule. Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 – 10, ausgesucht von Rüdiger Seifert, dem hiesigen Kunsterzieher, waren versammelt. Joachim Mocka, unser Kurator, führte in das Thema LandArt ein, ein Thema, das den SchülerInnen von der eigenen Schulhofgestaltung her bereits bekannt vorkam. Doch hier war manches anders: in der Landschaft, mit der Natur, den Bäumen, den Gräsern, den Tannennadeln etwas zu gestalten, das erinnerte sie doch etwas an die seit Langem verlassene Sandkiste. Fragezeichen bildeten sich auf den Gesichtern ab: Sind wir nicht zu groß dafür?

 

mit den SchülerInnen

Mit den SchülerInnen

 

Die 5. Klasse anschließend machte voll mit, begeistert, begeisternd. „Ja, wenn einem so etwas gezeigt wird – gedacht haben wir es ja schon öfter!“ Bastis und Marwins Strandhaus ist keine verrückte Geschichte, sondern ein selbstverständliches Gebäude. Für manchen muss eine Höhle, eine Bude, irgendein geheimes Versteck einfach sein. Gebaut aus dem, was man findet, in der Umgebung, in der Natur.

Und so ist’s auch mit der LandArt. Nur dass sie nicht privat ist. Sie erzählt etwas von unserer Welt. Sie singt ein Lied auf unsere Welt, sie dichtet mit Sachen in die Erde, in die Luft, in das Wasser hinein – ohne Worte. Und man hört es doch.

Die Fünftklässler waren offen!

 

Mittags gingen Andrea Staroske und Margit Huch in die Seekiste, um sich zu stärken. Wellem Peters betrachtet die vier, Andrea, Margit, Arno und Joachim, für die Zeit des Projektes als seine persönlichen Gäste. Vielen Dank dafür!

Ebenso auch vielen Dank an Dirk Hansen, der Andrea und Arno kostenlos Fahrräder zur Verfügung gestellt hat. So können sie sich frei auf der Insel bewegen und sind unabhängig von Busfahrplänen und Mitfahrgelegenheiten.

 

Arno Neufeld blieb gleich in der Schule. Ca. 250 Stöcke wurden in einer gemeinschaftlichen Aktion mit den SchülerInnen geweißt: Kalkfarbe, ganz natürlich. Die eine Hälfte der Gruppe war beim Weißen dabei, die andere Hälfte der Gruppe wird bei der Installation helfen. So wird man Teil eines Kunstwerkes!

 

Arno N. und die Stöcke   Stöcke weißen   Rüdiger Seifert

Arne Neufeld und die Stöcke in der Schule                                       Stöcke weißen                                                                                   Rüdiger Seifert

 

Obwohl man von einer Insel kommt und manche Festländler einen schräg ansehen nach dem Motto: „Was? Von der Insel?“ Als ob das nichts Gutes wäre!

 

Heute hat’s ganz viel geregnet. Die Natur brauchte das, das ist schon klar. Aber für die Künstler war das ganz schön beunruhigend.

Andrea Staroske braucht den Regen für ihr Rollrasen – Projekt am Strand. Wenn’s nicht regnet, gibt’s keinen Rollrasen! Trotzdem!

 

Morgen geht’s an die Plätze in der Natur. Regen hin oder her. Und morgen kommt Anke Mellin! Wir freuen uns darauf.

 

 

 

Mittwoch, der 10. Juni

 

Meine Uhr zeigt noch immer den 9.6. an. Sie versteht es nicht, wenn der Monat einen Tag weniger hat. Obwohl sie von der Sonne lebt: eine Solaruhr, die nicht aufgezogen werden muss, aber im Amrumer Winter manchmal stehen bleibt. Dann lege ich sie unter die Schreibtischlampe.

 

Heute Morgen stürmte es, es regnete, es war gruselig. Ich hatte haufenweise Bürodinge zu erledigen und zwei Hausbesuche. Auf dem Rückweg kam ich am St.Clemens-Hüs vorbei. Genauer: am Zelt. Zwischen St.Clemens-Hüs und angrenzendem Gebäude ist das Zelt aufgebaut, das eigentlich für den Strand gedacht war. Margit Huch und Barbara Strauss waren da. Die beiden erzählten, dass sie beide schon 22 Stämme rot gefärbt hätten. Fast ein Viertel. Von einhundert Stämmen.

 

Margit Huch mit Ocker an den Händen

Margit Huch mit Ocker an den Händen

 

Sie wüssten nicht, wie sie das schaffen sollten. Eigentlich bräuchte es noch mal so viele, also mindestens zwei Leute mehr, die auch die Stämme mit Ponal einstreichen und dann mit Ocker färben. Hm.

Wir überlegten.

Und überlegten.

Wen kennen wir? Wen können wir fragen? Die Konfis? Sind die zuverlässig? Sie sie motiviert?

Hängen wir ein Schild auf: Suchen Leute für LandArt, die Lust und Zeit haben und keine Sorge, sich schmutzig zu machen?!

So ähnlich könnte unser Werbespruch lauten.

Margit Huch braucht für ihr riesiges Projekt viele Leute, die mitmachen. Haben wir die?

Ich telefonierte, doch bis zum Abend keine Rückmeldung. Die Leute melden sich nicht einmal zurück!

 

Frank Hansen und Michael Langehan gingen um 13.30 an den Strand, um dort das Stelenfeld für Margit Huch auszumessen. Gestern hatte sie den Platz ausgesucht, heute sollten Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Das Maßband, den Spaten und mehrere Bänder dabei, zogen sie los. Ich kam mit den beiden Hunden und dem Fotoapparat. Die Springflut leckte den beiden Männern an die Füße. Ihr ausgemessenes Feld wurde von Schaumflocken überweht. Bis an die Grenze war die Flut vorgedrungen, Hochwasser war noch nicht erreicht, die Wellen tobten und schäumten. Auf den Fotos sieht es harmlos aus. Aber wenn man davor steht, sind die Wellen verdammt hoch. Da möchte ich mit keinem Boot und schon gar nicht als Schwimmerin drinstecken.

 

Die_Flut_leckt_nach_dem_Stelenfeld  Michael_und_Frank_messen_ein

Die Flut leckt nach dem Stelenfeld                                   Micheal und Frank messen ein

 

Frank und Michael buddelten, um das Stelenfeld einzumessen, wenigstens die äußeren Kanten. Das Band, das sie spannten, bog sich rund vom Wind, hier half nur Augenmaß. In regelmäßigen Abständen „pflanzten“ sie Stäbe ein, die Stellen, an denen die rot gefärbten Stelen zu stehen kommen sollen.

 

Ich wusste nicht, was sich parallel abspielte. Andrea Staroske war mit dem Hänger am Strand. Darauf waren die übrigen benannten Stäbe, aber auch Kompost, der die Unterlage abbilden sollte für ihr Rollrasenquadrat. Ja, ein Rollrasenquadrat. Am Strand. In lebensfeindlicher Umgebung.

Jedenfalls stand der Hänger mit dem Kompost da. Plötzlich kam die Flut. Der Hänger stand unter Wasser. Salzwasser. Für kein Gefährt bekömmlich. Sie rief Kalle an, Kalle mit dem Trecker. Kalle kam, wenn auch spät, aber er kam. Er zog den Hänger weiter fort – Andrea hoffte, dass das Wasser nicht dorthin käme.

Als sie ging, war das Drama nicht beendet. Aber sie war fertig. In allen Ritzen Sand, selbst hinter den Ohren. Und müde! Müüüüde! Jetzt war noch der Vortrag von Anke Mellin. Jaja, da sind die anderen. Sie erreichte das St.Clemens-Hüs gegen Ende des Vortrages und wusste: Jetzt bin ich wieder dort, wo ich hin gehöre. Brot und Wein bzw. ein Bier, das kam gelegen.

 

Arno Neufeld. Ihn hatten die weißen Stäbe nicht lockergelassen, er hat es ausprobiert. Zwischen Süddorfer Aussichtsdüne und Strandübergang hat er schon mal angefangen: weiße luftige Stäbe, sie hängen! Ob sie den morgigen Sturm überleben, wie das Vergehen aussehen wird, werden wir sehen. Anschauungsunterricht direkt vor Augen. JETZT!

 

Anke Mellin. Ja, sie kam trotz Sturm pünktlich auf die Insel. Aber die Technik wollte nicht so recht. Der Beamer, die Laptops, ihr Stick, nicht alles passte optimal. So mussten die zahlreich Gekommenen warten. Das taten sie geduldig, denn es war eher die Natur als die Technik, die sie anzog. Ein Gast widmete sich geduldig dem Desaster – und es gelang. Anke Mellin konnte ihre Bilder zeigen und dazu etwas über LandArt erzählen. Durch ihre weltweit guten Kontakte wurde ihr Vortrag zu einem globalen Überblick über das, was man allgemein als LandArt bezeichnet: NaturKunst, EarthArt o.ä..

 

Vortrag von Anke Mellin

Vortrag von Anke Mellin

 

Was ich mitnahm, was vor allem die Unterscheidung, die es gibt zwischen der künstlerischen Gestaltung von Landschaft und Natur, die sich auch vor gewaltsamen Eingriffen nicht scheut, und der Kunst, die das Lebendige herausarbeitet und zu Gesicht bringt: Leben. Das, was das Leben fördert. Das, was dem Leben dient.

In Europa scheint es viel mehr von dieser Art LandArt zu geben als im Rest der Welt. Ökologische Kunst, Kunst, die sich mit dem Leben auf dieser Welt verbindet, Kunst, die Lachen und Lebensfreude fördert, diese Kunst ist selten.

Wie schön, dass die KünstlerInnen, die hier sind, genau diese Aspekte mit einbringen!

Bin wohl eine kulturell imprägnierte Europäerin.

 

Der Abend klang aus mit einem Gespräch über die religiösen Dimensionen ökologischer Kunst. Wir „MacherInnen“ unter uns. Spannend. Wer steht wo? Sind wir nur jetzt an diesem Ort vereint? Was verbindet uns? Wes Brot ich fress, des Lied ich sing – das gilt nicht für uns!

Ein bisschen Essen, ein bisschen Trinken, das hält Leib und Seele zusammen.

Und bei all dem Sturm, bei all den Sturmflutwarnungen, - wir lassen uns nicht bange machen. Was auch immer dabei herauskommt!

 

Morgen: Donnerstag geht es an den Strand. Es ist Regen prophezeit. Und Sturm bis Windstärke 8. Das Zelt muss gut bewacht werden, es ist nicht sicher. Die Plätze am Strand könnten hinfällig sein, überschwemmt. Nur Arno Neufeld wird seine weißen Stäbe im dem Schutz der Dünen hoffentlich heil betrachten können – morgen gibt es Fotos davon, versprochen!

Und morgen Abend: musikalische Abendfeier. Psalm 19 aus der Bibel in gerechter Sprache:

 

Die Himmel erzählen von der Schönheit Gottes.

Vom Tun seiner Hände kündet das Firmament.

                Ein Tag sprudelt dem anderen Tag Worte zu,

                eine Nacht gibt der anderen Nacht Wissen weiter.

Es ist keine Rede, es sind keine Worte – unhörbar ist ihre Stimme.

 

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes

Und seiner Hände Werk zeigt an das Firmament – das wird der Chor singen.

Ist das nicht LandArt?!

 

 

 

Donnerstag, der 11. Juni

 

Es regnet wie angekündigt! Unser Wetterbericht  (www.windguru) ist sehr zuverlässig!

Es regnet den ganzen Tag – bis 18:00 Uhr.

Margit färbt weiter ihre Stämme für das Gräberfeld. Barbara Strauss ist ihre zuverlässige Mitarbeiterin. Aus dem Zelt haben wir eine Giebelwand entfernt, weil das sonst der Winddruck erledigt hätte.

Der Rollrasen für Andreas Strandbegrünung ist geliefert. Bei unserem Friedhofsgärtner Herrn Lucke holt sich Andrea Informationen über die Behandlung von Rollrasen bei starkem Regen.

Der Rasen muss spätestens morgen (Freitag) verarbeitet werden! Und er muss auf der Palette, auf der er geliefert wurde, abgedeckt werden. Schon bei dieser Aktion ist Andrea klitschnass. Sie hat sich extra einen orangefarbenen Anzug mitgebracht, Andrea Staroske, die Arbeiterin am Strand, wo andere spielen. Aber sie gibt nicht auf. Sie geht an den Strand, um die gestern vorbereitete Fläche zu begutachten.

 

Amrumer_StrandGrün  Andrea_Staroske_in_ihrem_Arbeitsanzug  Andrea_Staroske_mit_Rollrasen

„Amrumer Strandgrün“   -    Andrea_Staroske_in_ihrem_Arbeitsanzug  und mit Rollrasen

 

Der Wind ist nicht ganz so stark wie angekündigt. Der Regen schon. Die passende Fläche für die Rollrasen-Installation zu finden ist nicht einfach. Einerseits soll die Fläche möglichst nah am Wasser sein, anderseits muss Andrea  schauen, dass die Fläche nicht durch das Wasser überspült wird. Und das Hochwasser soll 40 cm über normal auflaufen.

Sie entscheidet sich für eine Gegend näher am Nebeler Strandübergang, weil es hier eine Fläche gibt, die nahe am Wasser ist, aber höher liegt als am Süddorfer Strand.

Arno arbeitet in unserer Garage neben dem Pastorat noch Stöcke nach. Einige Stellen sind beim ersten Anstrich nicht ganz weiß geworden.

Zum Mittagessen gehen alle drei in die  „Seekiste“ von Wellem Peters. Maren Denker, „die Frau mit dem Herzen auf dem richtigen Fleck“,  bedient sie nicht nur mit gutem Essen sondern auch mit flotten Sprüchen.

Am Nachmittag ist Arno im strömenden Regen auf seiner Strecke am Bohlenweg und installiert. Schon gestern haben einige seiner Stöcke den Anfang gemacht. Nun geht es weiter, geht es endlich los. Aber es ist kalt und nass, nicht besonders gemütlich. Ist das nach den Eisheiligen die Schafskälte?

 

Arno_Neufeld_spannt_Hölzer

Arno Neufeld spannt Hölzer

 

Er bekommt Besuch aus Bosau am Plöner See: Ein Ehepaar, das sich vor einigen Jahren bei den dortigen LandArt-Projekten engagiert hatte. Sie kennen Arno Neufeld und freuen sich auf seine Installation auf Amrum. Sie sind eigens für dieses Projekt nach Amrum gekommen. Überhaupt scheinen viele Menschen nur für dieses LandArt Projekt nach Amrum zu kommen.

Heute Abend dann die musikalische Abendfeier in der St. Clemens Kirche. Die Feier nimmt  von der Musik und der Andacht her Bezug zum LandArt Projekt. Psalm 19: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, die Himmel erzählen von der Schönheit Gottes - es gibt viel schöne Orgelmusik und einen wundervollen Eingangschor mit dem Chorsatz von Joseph Haydn: die Himmel erzählen die Ehre Gottes, auf der Orgel begleitet von einer Gästin aus München, Ariane Metz.

Die Andacht ist sicher ganz bald auf unserer Kirchenseite nachzulesen.

Am Ausgang der Kirche erfahre ich, dass unser Zelt am St.Clemens-Hüs vom aufkommenden Sturm stark gefährdet und schon teilweise eingeknickt ist. 50 m² Dachfläche sind eben ein sehr großes Segel. Ich öffne beide Giebelwände um Winddruck vom Zelt zu nehmen.

Morgen soll es noch windiger werden. Wollen wir mal hoffen!

Heute schrieb Frank Hansen.

 

 

 

Freitag, der 12. Juni

 

Unsere Wetterprognose (www.windguru.de) trifft genau! Windstärke 7-9, aus Nord !

Das Zelt neben dem St.Clemens Hüs hat stark gelitten. Viele Stangen sind  verbogen. Vielleicht ist noch etwas zu retten, wahrscheinlich ist es aber ganz hinüber.

 

Was vom Zelt übrig blieb

Was vom Zelt übrig blieb

 

 

Der große Regen ist vorbei, aber der Wind bleibt.

Margit, Arno und Joachim sind in der Schule und stellen einer weiteren Klasse LandArt vor.

Im Physikraum läuft ein moderner Beamer. Joachim trägt Bilder vor, wie Anke Mellin sie auch gezeigt hat: Anschauungsmaterial, um sich einzustimmen. Die Klasse ist sehr interessiert und konzentriert. Die Schülerinnen und Schüler werden in der nächsten Woche kommen und mitarbeiten, sowohl im Süddorfer Wald bei Arno Neufeld als auch auf dem Strand bei Margit Huch. Eine tolle Stunde mit interessanten Rückfragen der SchülerInnen., z.B.: Kann man von LandArt leben?

 

Künstler in der Schule  Arno Neufeld mit Rüdiger Seifert

Künstler in der Schule                                                        Arno Neufeld mit Rüdiger Seifert

 

 

Vorher schaffe ich es noch ein Foto von Anke Mellin und Christa Langenhan zu machen.

 

Christa Langenhan und Anke Mellin

Christa Langenhan und Anke Mellin

 

Anke Mellin ist schon wieder auf dem Abflug zu ihrem nächsten Projekt.

 

Nach der Vorstellung in der Schule beladen Margit Huch und Barbara Strauss den Anhänger mit den rot gefertigten Stelen. Sie hätten sie gerne zum Strand gefahren, doch der Wind wird immer ruppiger. Sie blasen das Unterfangen ab. Nachmittags treffen sie sich mit SchülerInnen und Rüdiger Seifert um weitere Hölzer aus dem Wald zu holen.

 

Bohlenweg bei süddorf  Handschuhe verbraucht  Stelefeld 12.6.09

Bohlenweg bei Süddorf                                     verbrauchte Handschuhe                                  Stelenfeld 12.06.2009

 

Arno fährt mit einem weiteren Bündel weiß gestrichener Hölzer zu seiner Strecke in Süddorf.

 

Impressionen luftig 1

Impressionen luftig 1

 

Er kommt kaum zum arbeiten, da ihn  viele Menschen auf seine Installation ansprechen. Geduldig widmet er sich ihnen, dafür ist er da. Aber er möchte auch gerne etwas „schaffen“ – kommt Zeit, kommt Rat. Ein Eichhörnchen wuselt völlig unerschrocken um seine gebündelten Hölzer.

 

Andrea hat einen Radlader organisiert, mit dem die Palette Rollrasen zum Strand gefahren werden kann.

 

Andrea Stariske auf dem Radlader

Andrea Stariske auf dem Radlader

 

Endlich. Sie fährt um 9:00 Uhr mit dem Rollrasen zum Strand. Der Wind ist aber so stark, dass sie ihr Vorhaben, den Rollrasen auszubreiten, aufgeben muss.

 

Rollrasen nicht ausgelegt

Andrea mit Rollrasen (nicht ausgelegt) am Strand

 

Sie kann aber noch ihre Schablonen für die Erbsen-Kachel-Installation ausprobieren: es funktioniert! Die Muster sind im Sand deutlich zu erkennen. So wird es gehen. Für Sonntag ist Windstille angekündigt. Dann wird sie es noch mal probieren.

Später um 18:00 Uhr fährt Andrea noch mal an den Strand, um den Rollrasen zu bewässern. Durch den Wind ist er unglaublich ausgetrocknet. Gestern noch Matsche, heute schon am Vertrocknen.

 

Insgesamt war es heute ein Tag, an dem die Elemente getobt haben und uns durch unsere Pläne einen kräftigen Strich gemacht haben. LandArt ist Kunst in und mit der Natur, arbeitet mit ihr, nicht gegen sie. Wir mussten uns fügen, auch wenn es manchmal genervt hat. Wie schön wäre es, man könnte sich einen Plan machen, und dann läuft es so wie geplant. Aber wir sind draußen, unter freiem Himmel und nicht im Museum. Außerdem wächst es und wird nicht mit Kraft oder gar Gewalt gemacht. Wir müssen mit der Kraft der Natur arbeiten, ob es nun stürmt, regnet oder ob die Sonne scheint.

 

diese SchülerInnen helfen in der nächsten Woche

Diese SchülerInnen helfen in der nächsten Woche

 

 

 

 

Samstag, der 13. Juni

 

Endlich ist das Wetter wieder besser. Es stürmt noch etwas, aber längst nicht mehr so stark wie an den beiden Tagen davor. Die Regen- und Sturmtage haben die Arbeit der Künstler schon sehr behindert: Der Rollrasen von Andrea Staroske war erst vermatscht, dann musste er gegossen werden. Das Zelt, das Margit Huch mit Barbara Strauss nutzte für das Einfärben des Totholzes, ist zusammengebrochen. Ein Aufenthalt am Strand war fast unerträglich, weil ständig Sand in alle Ritzen, vor allem in die Augen blies. Außerdem zerrt so ein Sturm an den Nerven.

Aber nun wird alles gut.

Die Sonne schien, es wehte fein lustig und die gute Laune kehrte wieder.

 

Margit und Barbara färben noch immer das Holz ein. Aber die ersten Stelen stehen auf dem Strand. Ein erster Eindruck entsteht. Die Idee gewinnt Gestalt.

 

der Anfang des Stelefeldes

Der Anfang des Stelenfeldes

 

Was wäre wohl gewesen, wenn Barbara und Margit sich nicht gefunden hätten? Ob dann so viel Holz hätte gefärbt werden können? Die beiden arbeiten körperlich schwer. Und abends spüren sie alle Glieder. Alle Achtung, was die beiden auf die Beine stellen! In der nächsten Woche werden Schülerinnen und Schüler der öömrang skuul kommen, und beim Eingraben der Stelen auf dem Strand helfen. Durch die beiden Vorträge in der Schule ist eine große Schar Kinder und Jugendlicher hoch motiviert.

 

Andrea trafen wir heute bei unserem Spaziergang mit unserem Hund am Strand. Sie hat ihr Rollrasen-Quadrat gelegt.

 

Strandbegrünung

Strandbegrünung

 

Es war noch etwas übrig. Das legte sie, ebenfalls im Quadrat im Flutsaum aus. Das Wasser kam, der Rasen rollte sich wieder zurück. Mit ihrem orangefarbenen Arbeitsanzug als „Strandbegrünerin“ macht sie einen besonderen Eindruck.

 

Andrea gießt Rollrasen  Andrea auf Rollrasen

Andrea gießt ihren Rollrasen

 

Von den Gemeindearbeitern bekam sie einen Wassertank gebracht, in dem so viel Wasser ist, dass sie nun ihren Rasen jeden Tag gießen kann. Es juckte mich, ihr einen Golfball zu schenken, oder ein Kricket-Tor auf den Rasen zu stecken. Und es fällt mir immer mehr Unfug ein, mit dem ich dieses Projekt garnieren und ergänzen könnte, Zeugs, was unseren „kulturellen“ Quatsch auf die Schippe nimmt. Andrea sagt: „Ich mache das Rollrasenquadrat. Mehr nicht. Was du machst, ist deine Sache.“ Aber ich werde natürlich kein Boccia mitbringen, einen Golfball vielleicht schon ….

 

Arno Neufeld traf ich hochzufrieden, als er aus der Seekiste zurückkam. Ich freue mich so, dass zwischen der Seekiste und den Künstlern ein guter Kontakt ist! Maren tut das Ihre dazu, denke ich.

Arno war sehr zufrieden und wollte sich gerade auf den Weg zu seiner Arbeit machen. Natürlich haben wir ihn besucht. Er hatte gerade keinen Besuch und war froh, endlich ein bisschen arbeiten zu können. So viele Menschen sind dort mit viel Zeit vorbeigekommen, auch viele, die er kennt und die eigens zu dem Projekt angereist sind. Wir sind schnell weitergegangen und haben ihn in Ruhe gelassen.

 

Joachim trafen wir im St.Clemens-Hüs an. Auch er war sehr erleichtert, dass das Wetter jetzt endlich etwas besser geworden ist. Und er sortierte die Bilder, sorgte für eine schöne Präsentation der Arbeiten. Auf der Zwischenwand ist jetzt für jeden der drei eine Fläche, auf die die Fotos geklebt werden. Es liegen Kataloge aus, die man sich ansehen kann und, falls niemand dort ist, im Pastorat käuflich erwerben kann. Ab morgen ist dann alles so, wie es sein soll. Wir rechnen morgen mit einem ziemlichen Besucheransturm. Es haben viele gesagt, dass sie sich auf den Weg machen wollen. Manche bleiben länger, bis zum Schluss, andere kommen nur mal so, rasch, einen Tag lang vorbei.

 

Anna Susanne Jahns Kunstwerk am Kirchturm hat den Sturm gut überstanden. Nur der Aufsteller vor dem Kunstwerk ist ramponiert. Wir brauchen hier eigentlich besonders robuste Aufsteller, doch wo bekommt man die? Ich dachte, unsere wären robust. Sind sie aber nicht.

Anna Susanne Jahn wird morgen Nachmittag wieder eine Führung machen: 15.30 Uhr am Kirchturm. Versehentlich muss das im Amrum aktuell gelandet sein, ist aber nicht schlimm. Sie freut sich und macht das gerne.

 

Frank und ich sind heute sehr erschöpft. So vieles war zu tun, zu bedenken, dass eine Arbeitsfähigkeit hergestellt wird, dass auch die nötigen begleitenden Arbeiten getan werden. Gestern Abend war es nachts um 1.30 Uhr, als ich ins Bett kam, weil ich unbedingt noch die Internet-Seite pflegen wollte. Ich schicke dann die fertigen Fotos und Texte an Norfried Edler, der im Moment in China weilt. Die Mauer im Äther muss auch überwunden werden. Norfried steht eine halbe Stunde früher auf, damit er das alles versorgen kann. Dann ist morgens, wenn bei uns der Tag beginnt und der Tag in China längst auf der Höhe angekommen ist, alles drin – oder auf dem besten Weg dazu. Auch das mussten wir erst einmal üben. Jetzt läuft es immer besser.

 

Morgen Vormittag feiern wir erst einmal Gottesdienst. Die Sarepta-Schwestern aus Bethel sind da. Sie gehören nach wie vor zu Amrum. Die 99 Jahre Dienst auf Amrum in den Norddorfer Seehospizen sind zwar beendet. Aber ein Stück ihrer Seelen blieb hier. Morgen werden wir zusammen den Gottesdienst gestalten, Schwester Irmgard Bockhorst predigt. Und wir feiern Abendmahl, Stärkung durch Brot und Wein.

Für morgen Mittag ist etwas Nieselregen angesagt. Aber den Rest des Tages wird es sonnig sein. Überwiegend strahlend blauer Himmel, so wie wir es an der rauen Nordseeküste lieben.

 

 

 

Sonntag, der 14. Juni

 

Heute begann der Tag mit dem Gottesdienst in der St.Clemens-Kirche. Schwestern aus der Sarepta-Schwesternschaft waren da, und wurden in großer Verbundenheit mit der Geschichte der Insel und der St.Clemens-Kirchengemeinde begrüßt. Schwester Irmgard Bockhorst hielt die Predigt über

 

Psalm 8:                Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk

                               Den Mond und die Sterne, die du bereitet hast …

 

Schwester Irmgard benannte deutlich den Missbrauch dieser Erde als zu verbrauchendes Material, das so gering geschätzt wird und lenkte die Gemeinde zur Einsicht des Gotteslobes, eine Predigt, auf die sie nach dem Gottesdienst noch viele ansprachen und die wir auch gerne in unserer Tagebuch-Sammlung hätten.

Das Abendmahl wurde in der Form der Wandelkommunion gefeiert. Nach dem Abendmahl standen alle auf und fassten sich an den Händen:

 

„Dies stärke und bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus!“

 

Nach dem Gottesdienst verschlug es die eine oder den anderen in das St.Clemens-Hüs, wo Joachim Mocka die  Menschen in Empfang nahm. Manche Gespräche fanden dort statt, die uns aufmerken ließen: Unsere Besucherinnen und Besucher haben etwas zu sagen. Wir sollten eine Reaktionen-Abteilung einrichten. Mindestens eine Frau wird etwas schreiben. Darauf freuen wir uns.

 

Joachim Mocka im Gespräch

Joachim Mocka im Gespräch

 

Margit Huch und Barbara Strauß färbten heute unverdrossen weitere Stelen. Sonntag hin oder her.

 

Stelen 14.6.09

Stelen 14.06.2009

 

Morgen früh kommt Rüdiger Seifert mit seinen Schülerinnen und Schülern, dann werden Stelen eingegraben.

 

Arno Neufeld kam heute zu vielen Gesprächen und zu insgesamt zwei schwebenden Hölzern. Besuch von überall her: neugierige AmrumerInnen ebenso wie eigens angereiste Gäste, die sich auf das LandArt-Projekt gefreut haben.

 

Arno Neufeld im Gespräch   schwebende Hölzer

Arno Neufeld im Gespräch                                                                               Schwebende Hölzer

 

Seit heute stehen auch die Schilder an den Arbeitsplätzen. Regen und Sturm sind vorbei und wir hoffen sehr, dass uns das Wetter jetzt unterstützt.

 

Strandbegrünung  Schilder sind aufgestellt   der Anfang des Stelefeldes

Die Schilder sind aufgestellt

 

Andrea Staroske hat heute ihr erstes ErbsenMosaik der Vergänglichkeit überantwortet. Muster von Friesenkacheln wurden vergrößert und in den Sand übertragen, mit Erbsen gelegt. Als die Flut kam, nahm sie sie mit.

 

 

 

Montag, der 15. Juni

 

Heute ging es früh los: Rüdiger Seifert, Kunsterzieher an der öömrang skuul, traf sich mit seinen Schülerinnen und Schülern der 8.Klasse um 8.00 Uhr am Strandübergang Nebel. Jede und jeder schulterte eine rot gefärbte Stele und ging damit zum Stelenfeld.

 

Stelenfeld Montagmorgen

Stelenfeld Montagmorgen

 

Rüdiger Seifert wusste, wohin die Stelen kamen. Er wollte gern, dass die SchülerInnen peilen lernen. Deshalb waren nicht alle Plätze für die Stelen ausgepflockt.

 

Rüdiger Seifert im zukünftigen Stelenfeld   Verortung  Wohin kommt welche Stele

Rüdiger Seifert:  Verortung  -  wohin kommt welche Stele?

 

 

die ersten SchülerInnen kommen mit Stelen   Einbuddeln der Stelen 2   Einbuddeln der Stelen

Die ersten SchülerInnen kommen mit Stelen                                                  Einbuddeln der Stelen

 

Margit Huch und Barbara Strauß kamen dazu. Insgesamt gibt es jetzt ein Stelenfeld von 64 Stelen! Margit Huch und Barbara Strauß sorgten dafür, dass die richtigen Stelen an dem richtigen Ort eingebuddelt wurden. Bei 20 Schülerinnen keine leichte Aufgabe.

 

Barbara und Margit vor Ort   Margit Huch mit Kaya Winkler

                               Barbara und Margit vor Ort                                             Margit Huch mit Kaya Winkler        

 

Insgesamt für alle ein gelungener Vormittag!

 

Nebenan das Rasenquadrat von Andrea Staroske. Es war grüner geworden. Ein bisschen Kompost unter dem Ganzen tat das Seine, die Feuchtigkeit zu bewahren, auch heute war Gießen angesagt.

 

Rasenquadrat am Strand

Rasenquadrat am Strand

 

Ein Glück, dass der Wassertank zur Verfügung gestellt worden war. Der Wassertank neben dem Rasenfeld wurde versetzt. Einige dachten schon er gehöre zur  Installation dazu.

 

Andrea Staroske  gelang heute das Legen eines Musters von Friesenkacheln, die sie im öömrang-hüs studiert hatte.

 

Andrea Staroske legt das Friesenmuster mit Erbsen   fertiges MUster einer Friesenkachel

Andrea Staroske legt das Friesenmuster mit Erbsen                     Fertiges Muster einer Friesenkachel

 

Ausgelegt mit Erbsen war sie just fertig, als die Flut kam, um die  Erbsen wegzulecken. Der LandArt  Fotograf war just rechtzeitig zur Stelle um das Geschehen zu dokumentieren.

 

die Flut kommt   die Flut leckt   die Flut überschwemmt

die Flut kommt                                                    …leckt                                                                   …überschwemmt

 

augeleckte Ordnung   ehemals Ordnung Chaos bleibt zurück

Ausgeleckte Ordnung                                        ehemals Ordnung, Chaos bleibt zurück…

 

nun ein Fraß für Möwen   Was vom MUster übrig blieb   wer sieht noch was

…nun ein Fraß für Möwen                                 was vom Muster übrig blieb             

 

Den Rest besorgten die Möwen, die sonst auch die Tüten der Insel-Bäckereien zu identifizieren vermögen.

 

Andrea Staroske nach der Aktion

Andrea Staroske nach der Aktion

 

Arno Neufeld hatte heute etwas mehr Ruhe. Einige neue Stäbe konnten gespannt werden und gewannen luftige Höhen. Wir müssen ihn in Ruhe lassen, damit er weitere Stäbe spannen kann! Es ist so SPANNEND zu sehen, welche neuen Linien dort entstehen!

 

Die weißen Stöcke beginnen zu fliegen   Joachim Mocka und Arno Neufeld

Die weißen Stöcke beginnen zu fliegen                                                          Joachim Mocka und Arno Neufeld

 

Frank war heute den ganzen Tag unterwegs. Seine Leiter steht für das Viele, was er tun musste.

 

die Leiter des Fotografen

Die Leiter des Fotografen

 

Von morgens bis abends ist er für das Projekt in Aktion. Fotografieren ist seine Leidenschaft. Wenn’s nötig ist, geht die von morgens bis abends.

 

Heute ist’s mal weniger spät. Aber morgen können wir euch nichts versprechen. Morgen Abend werden wir uns mit den KünstlerInnen und Gästen, die gerade hier sind, im St.Clemens-Hüs treffen: LandArt + Brot + Wein. Mal sehen, wer kommt. Wenn wir dann wiederkommen, fallen wir vermutlich ins Bett und können erst am nächsten Tag anfangen aufzuschreiben …

 

Anna Staroske erläutert 2

Anna Susanne Jahn  erläutert

 

 

 

Dienstag, der 16. Juni

 

Dieses Tagebuch schreibe ich erst am Mittwochvormittag. Gestern Abend war es spät und ich war einfach zu müde, um irgendetwas Sinnvolles zustande zu bekommen.

 

Der Dienstagmorgen begann um 8.00 Uhr am Strand. Margit Huch und Barbara Strauss waren gekommen und nahmen eine 5.Klasse in Empfang, die mit ihrer Lehrerin Anneli Hansen gekommen war. Die Kinder hatten Schaufeln mitgebracht. Die letzten Stelen wurden eingegraben. Und es wurden mit viel Lust und Freude die Anhäufelungen am Fuße der Stelen von den Kindern zurecht geklopft.

Es sei eine entspannte angenehme Stimmung gewesen, berichtet Margit Huch. Entsprechend zufrieden sehen die Kinder auf dem Foto aus, auf dem sie vom Stand zurückkommen.

 

die 5.Klasse am Strandübergang Süddorf   Dienstagmorgen Stelefeld von weitem   Dienstagmorgen

die 5.Klasse am Strandübergang Süddorf                      Das Stelenfeld am Dienstagmorgen

                                                              

 

das Stelenfeld ist fertig

Das Stelenfeld ist fertig!

 

 

Arno Neufeld hatte am Dienstag Gelegenheit, an seiner Installation weiterzuarbeiten. Ganz in Ruhe mit vielen Gesprächen, Besucherkontakten. Ein Besucher war dabei, der schon häufiger vorbei gekommen war und ihm erzählte: „Am Anfang dachte ich: Was ist das für ein Quatsch! Und jetzt finde ich das Ganze immer besser! Ich fühle mich richtig angesprochen.“

 

Nachmittags um 15.00 Uhr kam Rüdiger Seifert mit vier Schülern, die helfen sollten. Die Gruppe hat in fröhlicher entspannter Stimmung viel geschafft. Am Abend sind sie am Ende des Bohlenweges angekommen, nun führen die weißen Linien der Stöcke in den Wald hinein. SPANNEND!

 

Unterstützung für Arno Neufeld   Lasse Boyens hilft bei Arno Neufeld

Unterstützung für Arno Neufeld                                                                                      (Lasse Boyens)

 

 

Um 15.00 Uhr kamen auch die KonfirmandInnen zu einem Besuch bei Arno Neufeld vorbei. Sie hatten in der Schule ja schon von LandArt gehört, jetzt holten sie sich Tipps zur Gestaltung eines eigenen Mandalas. Naturmaterial. Sammeln. Dabei flogen Kienäppel durch die Gegend und trafen auch gelegentlich hier und da. Karnickel und Eichhörnchen verkrochen sich in weite Fernen. Es wurde niemand verletzt ;-) .

Gruppen taten sich nun zusammen und suchten sich Plätze im Wäldchen, kurz hinter dem Süddorfer Parkplatz. Die Mädchen legten Kreise, die Jungen Vierecke – zunächst. Jetzt bedaure ich, dass ich sie dazu anhielt, auch Kreise zu legen. Denn als ich zuhause am PC saß und die Fotos vom Apparat herunterlud, fiel mein Blick auf einen Artikel über Naturkunst bei den Nankana-Frauen in Ghana. Dort wohnen die Frauen in runden Häusern und die Männer in viereckigen. Das Runde – symbolisch für das Weibliche. Das Viereckige – symbolisch für das Männliche.

Eine sehr halbstarke Jungengruppe „fand“ ein Bäumchen, eine Buche. Sie pflanzten sie in die Mitte ihres Mandalas. Es ist wunderschön geworden und ich frage mich, wie sie darauf kamen, es anschließend wieder zerstören zu wollen. (Ich würde eher mit einer Gießkanne kommen.)

 

 

Faxen am Mandala   Amrum-Mandala   Konfergruppe am Mandala

Faxen am Mandala                                                           Amrum-Mandala                                                Konfergruppe am Mandala

 

 

Mandala im Wald 2   Mandala im Wald

 

Wald - Mandalas

 

Waldmandala

 

 

Andrea Staroskes Rasenquadrat verlor am Dienstag seine Farbe. Kaum noch zu erkennen liegt es jetzt völlig versandet am Strand und hat seine „grünsten“ Tage hinter sich. Der orangefarbene Anzug für die Strandbegrünung wird jetzt nur noch davon künden, dass sie am Strand ist und zeigen, wo man sie findet.

Heute Abend zwischen 17:00Uhr und 19:30Uhr wird sie das nächste ErbsenMandala legen, das tiefer ins Meer hinein gelegt werden wird, damit am Flutsaum nichts zurückbleibt. Heute ist ein anders Muster dran.

 

Am Abend trafen wir uns alle im St.Clemens-Hüs wieder: LandArt + Brot + Wein.

Wir wussten überhaupt nicht, wie viel Menschen kommen würden. Zum Vortrag von Anke Mellin waren es rund 60 Personen gewesen. Entsprechend hatten wir Brot und Wein besorgt. Wir wurden ca. 25 – 30 Menschen. Die KünstlerInnen berichteten von ihren Erfahrungen, von ihren Absichten und ihren Eindrücken. Und es entstand ein Gespräch, an dem zunehmend alle beteiligt waren.

Danke an Frank Hansen und Christa, die viele Vorbereitungen für diesen Abend getroffen haben!

 

 

 

 

Mittwoch, der 17. Juni

 

Der Tag begann für mich früh – um 6:00 Uhr am Kniepsand. Die Sonne schien und ich wollte gern das Stelenfeld in der frühen Morgensonne sehen. So bin ich auf die Düne vor der Schule der Satteldüne gestiegen und habe von dort aus das Stelenfeld fotografiert. Mit dem dunkelblauen Wasser im Hintergrund war es für mich ein unglaublicher Anblick.

 

in memoriam im Morgenlicht

In Memoriam im Morgenlicht

 

in memoriam

In Memoriam in der Morgensonne

 

Nach dem Frühstück ging es für mich darum, den Platz neben dem Gemeindehaus aufzuräumen.

Das Zelt abbauen, die überzähligen Stelen wegbringen und die Rasenfläche nach kleinen Hölzern – Abschnitte von den Stelen – abzusuchen. Margit kam dazu und so waren wir bis zum Mittag fertig.

Das Zelt ist noch in großen Teilen zu retten. Einigen Zeltstangen waren am Ende so sehr verbogen, dass wir sie 10 cm abgeschnitten haben. Da die Zeltplane sehr stramm saß, können wir die Kürzung gut hinnehmen.

 

Am Nachmittag dann  eine spannende Installation am Strand: Andrea Staroske legt ein Bild aus unterschiedlich farbigen Erbsen und orange farbigen Linsen. Das Muster ihres Bildes hat sie von einer alten Truhe abgenommen, die sie in Keitum auf Sylt entdeckt hatte.

 

Erbsenlegen   Linsenlegen auch

Erbsenlegen                                                                         und Linsen

 

Als ich so gegen 15:00 Uhr am Strand bei ihr ankam, war sie halb fertig. Hochwasser war so gegen 20:00 Uhr angesagt.

 

nach 4 Std Erbsenlegen

…nach 4 Stunden…

 

Sie hat das Bild aber absichtlich weiter nach vorn gelegt. Also ein „run“ gegen die Zeit. Nach unseren Schätzungen hätte das Wasser das Bild so gegen 18 Uhr erreichen müssen. Sie hat das Bild um 11:00 Uhr heute Vormittag angefangen zu legen. Sie ist sehr geschickt und hat viel Erfahrung. Aber noch nie hat sie draußen gearbeitet. Gegen Wind und Welle. Mit Ebbe und Flut.

 

ZuschauerInnen

Viele Leute hielten an und stellten Fragen

 

 

Andrea bleibt sehr ruhig und freundlich. Mit großer Sicherheit legt sie das Bild.

 

Das Wasser kommt   Das ganze Bild

Das Waser kommt                                                                                             Das ganze Bild

 

Es bleibt spannend bis zum Ende. Sie schafft es!  Sie hat keine Mittagspause gemacht, hat durchgearbeitet.

 

Christa hat ihr – passend zum Bild und zu Amrum – Friesentorte mitgebracht. Die lässt Andrea stehen, bis sie das Bild fertig gelegt hat. Genüsslich speist sie nach getaner Arbeit die Leckerei.

Es bleiben ihr noch  rund 20 Minuten bis die Flut ihr Bild erreicht. Das Bild sieht wundervoll aus im Abendlicht.

 

Das Wasser kommt 1   Das Wasser kommt 2   Das Wasser ist da

Das Waser kommt näher

 

Das Wasser schleckt   Das Wasser nimmt

Das Waser schleckt…                                                         das Wasser nimmt…

 

Jetzt hat das Wasser es

...jetzt hat das Wasser es

 

Auflösung   kurz vor Chaos   noch ist Struktur im Chaos

Auflösung…                                                                                        ………….                                                                 …aber noch ist Struktur zu erkennen

 

Auflösung Chaos  

Am Ende: Chaos

 

Die Möwe mag Erbsen

Die Möwe mag Erbsen

 

Etwa 15 Zuschauer erleben dann den Übergang von der Ordnung zum Chaos. Immer wieder tauchen unter dem übergelaufenen Wasser geordnete Bildteile auf. Alle schauen gebannt auf den Wandel, den das Bild erfährt. Eine ältere Frau spricht mich an: sie wird stark an ihre eigene Vergänglichkeit erinnert.

Andrea Staroske ist sichtlich zufrieden mit ihrer Arbeit. Am Freitag will sie ein weiteres Bild am Flutsaum legen. Dann  wird sie weiter an die Wasserkante gehen müssen, weil dann das Hochwasser erst  1,5 Stunden später auflaufen wird. Also: Freitag Treffpunkt gegen 17.30 Uhr am Strand: Nebel Richtung Süddorf, nur ein kleines Stück!

 

Margit hat ihre Arbeit abgeschlossen und hat heute die Veränderungen an ihrer Installation beobachtet.

 

Rollrasen unter Sand

Rollrasen unter Sand

 

Arno hat seine Arbeit in Süddorf fortgesetzt. Er hat mit seiner Arbeit den Bohlenweg gekreuzt und verschwindet mit seinen schwebenden Hölzern im Wald Ein sehr spannender Abschluss!

Morgen kommt eine ganze Schule – 90 Kinder – aus Schobüll extra wegen des Projektes nach Amrum. Joachim Mocka wird sich um sie kümmern. Wir werden berichten.

 

 

 

 

Donnerstag, der 18. Juni

 

Heute war die Grundschule aus Husum-Schobüll  mit den Lehrerinnen und SchülerInnen auf Amrum. Im letzten Jahr hatten sie eine Projektwoche zum Thema LandArt gemacht. Nun gab es die Möglichkeit, mit LandArt-Künstlern direkt in Kontakt zu kommen und selbst ein gemeinsames Kunstwerk am Kniepsand  zu installieren.

Mit dem Adler-Express ging es von Nordstrand über Hooge nach Amrum und dann mit dem Bus nach Nebel ins Gemeindehaus. 78 SchülerInnen und 5 Lehrerinnen. Joachim Mocka nahm die Kinder in Empfang. Mit einer Beamerprojektion  zeigte er Installationen von internationalen Künstlern, stellte unsere 3 Künstler vor und zeigte Bilder von Schülerarbeiten.

Die Kinder verfolgten den Vortrag sehr konzentriert und stellten genaue Fragen.

 

Vortrag von Joachim MOcka im St.CLemens-Hüs

Vortrag von Joachim Mocka im St.CLemens-Hüs

 

Nach einer Pause ging es dann nach Süddorf zur Installation von Arno Neufeld. Auch er wurde sehr gezielt von den Kindern befragt. Es war erstaunlich zu sehen, wie viel leichter den Kindern der Zugang zu LandArt-Installationen fällt.

 

weiße Stäbe kreuzen den Bohlenweg   unterwegs Mandala der Konfis   weiße Stäbe schweben in den Wald hinein

weiße Stäbe kreuzen den Bohlenweg                              unterwegs: Mandala der Konfis                                       weiße Stäbe schweben in den Wald hinein

 

Dann wurde es ganz konkret: für die gemeinsame Installation auf dem Strand musste Material gesammelt werden.

 

Sammeln   schon mal ausprobieren

sammeln…                                                           …schon mal ausprobieren

 

Die Kinder hatten hierzu Tüten mitgebracht. Für die geplante Spirale am Strand sollten unterschiedliche Naturmaterialien gesammelt werden. Tannennadeln, Zapfen, kleinere und größere Stöcke. Bepackt mit dem Gesammelten ging es an den Kniepsand.

 

Jeder bringt was mit   Stäbe im Wald bestaunen

Jeder bringt was mit                                                           Stäbe im Wald bestaunen

 

Der Eindruck der Weite des Strandes auf die Kinder war für sie überwältigend : wie junge Kälber, die zu ersten Mal auf eine Weide kommen, eroberten sie den Kniepsand. Die leichte Müdigkeit vom Vormittag war auf einen Schlag vergessen. Manche schmissen sich in den weichen Sand des Strandes, andere liefen ziellos über den feinen Sandstrand. Zum Glücklichsein gehört nicht viel, dachte ich bei mir: Sonne, Sand und Zeit.

 

auf dem Strand angekommen  

Auf dem Strand angekommen

 

Nach einer Zeit der Freiheit sammelte Joachim Mocka die Kinder an dem Platz, den er  für die Installation ausgesucht hatte. Ein großer Kreis von 18 m Durchmesser wurde mit einem Band geschlagen und markiert – der äußere Rand der Spirale.

 

bis wir ein Kreis werden dauert es   der Kries Jetzt

Bis wir ein Kreis werden dauert es…                                                …der Kreis jetzt…

 

Alle machten mit und steckten kleine Stöcke dort in den Sand, wo sie standen. Dann wurde die Spirale nach innen markiert. Anschließend wurden diese markierten Linien mit dem mitgebrachten Material - von außen nach innen feiner werdend  - ausgelegt.

 

Die Spirale abbilden   fast fertig

Die Spirale abbilden…                                                        …fast fertig

 

Die meisten waren hoch konzentriert dabei. Einige aber hatten einen so großen Bewegungsdrang, dass sie nicht an der Installation  teilnehmen konnten. Sie sausten immerzu über den Strand. „Wenn die Eltern doch nur wüssten, mit wie wenig Aufwand gleich nebenan Urlaub zu machen wäre“, dachte ich bei  mir.

Kinka Tadsen von Amrum News kam zum Fototermin an den Strand und war, genau wie ich, begeistert von der Arbeit der Kinder. Sie stieg extra für ein Foto auf eine hohe Düne.

 

Kreis der Kinder von oben

Kreis der Kinder von oben

 

Pünktlich zur Abfahrt des Adler-Express ging es mit dem Bus zurück nach Wittdün.

Ich denke es war für alle ein unvergesslicher Tag!

 

Arno Neufeld war auf seiner Strecke in Süddorf. Er wird wohl heute fertig. Sein Abschluss in dem kleinen Wäldchen am Süddorfer Strandhäuschen ist  für mich der Höhepunkt seiner Arbeit. Es beginnt schon mit der Kreuzung seiner Installation auf dem Bohlenweg! Dann verschwinden die weißen Stöcke im Wald, um dann wieder auf den Weg zurückzukehren.

Für mich eine unglaublich sensible Installation. Wundervoll!

 

Margit und Andrea  konnte ich dazu überreden, heute eine Pause einzulegen. Der Wind wäre ohnehin zu stark gewesen für eine weitere Erbseninstallation.

Sie haben eine wunderschöne Wanderung um die Amrumer Odde gemacht. An der Meerseite – mit Blick nach Hörnum- und dann auf der Wattseite zurück – mit Blick nach Föhr. Am frühen Nachmittag traf ich sie im Gemeindehaus. Sichtlich zufrieden und erholt. Andreas Installationen waren alle Kräfte zehrend. Auch Margit  konnte diesen Tag Erholung gut gebrauchen.

 

Heute Abend nun die zweite musikalische Abendfeier zur LandArt. Friederike hat verraten, dass es thematisch und musikalisch um Vergänglichkeit geht. Ein Thema, dass sich für sie aus dem Projekt ergeben hat. Ihre Andacht ist unter  „Texte“ auf unserer Kirchen-Website nachzulesen.

 

 

 

 

Freitag, der 19. Juni

 

Wir sind alle froh und zufrieden, was alles geschafft wurde in den vergangenen Tagen und welche schönen Objekte die Künstler mit Unterstützung so vieler Menschen auf Amrum installiert haben.

 

Stelen-Panorama1

Stelenfeld - Panorama 1

 

Stele übrig, vom Winde verweht

Stele übrig geblieben, vom Winde verweht

 

Die Vergänglichkeit geht auch an uns nicht ganz spurlos vorbei und wir sind, nach langen arbeitsreichen Tagen -und Nächten der Nacharbeit, Aufbereitung und Planung für das Kommende ein wenig geschafft – auch ein Teil von LandArt.

 

Friederike kurz vor Mitternacht bei der PC-Arbeit   Amrum-Nebel-Prästerstigh

Friederike kurz vor Mitternacht am PC in Nebel auf Amrum

 

amrum    Schleswig-Holstein   Europa

Der lange aber schnelle Transfer von Amrum …..          ó

 

Globe1   Globe2   Globe3

ó                 … um  den Globus herum ...               ó

 

China   Nordchina   Qingdao

ó                  … über die „Great Firewall“ hinweg nach China …       ó

 

Qingdao City   Qingdao Downtown   Qingdao-City-3rdSpace

ó                 … bis nach Qingdao (frühere deutsche Kolonie Tsingtao )          ó

 

Qingdao-City-3rdSpace   Norfried in Qingdao

Bearbeitung durch Norfried und dann den ganzen Weg zurück, täglich frisch auf unserer Kirchen-Website

 

 

Heute also schlicht und ergreifend eine kleine Bildergalerie und kein Text   -  außer:

 

Arno Neufeld ist fertig geworden. Sein bisher ohne Titel geführter Weg der weißen Stöcke ist wieder beim Bohlenweg angekommen.

 

Wehende Stöcke - Panorama 1

Wehende Stöcke - Panorama 1

 

Weg der weißen Stöcke im UnterholzWeg der weißen Stöcke aus dem Unterholz

 

Wehende Stöcke    Impressionen

 

Weg der weißen Stöcke im Unterholz 3 weiße Stöcke schweben aus dem UnterholzWeg der weißen Stöcke im Unterholz 4

 

 

Wehende Stöcke - Panorama 2

Wehende Stöcke - Panorama 2

 

 

 

Labyrinth der Schobüller Kinder am 19.6.09

Labyrinth-Spirlae der Schobüller Kinder am 19. Juni

 

Morgen werden wir uns um 13.00Uhr im St.Clemens-Hüs treffen, dort gibt's ein paar Worte.

Und dann geht's ab nach Süddorf zu Arnos Arbeit, weiter zu Margit und dann zu Andreas Rollrasen, von dem nicht mehr viel zu sehen ist.

Ich habe Taxi-Busse bestellt, die auf Anforderung zum Strandübergang nach Nebel kommen werden, um Leute von hier nach dort zu bringen.

 

Stelen-Panorama2

Stelenfeld - Panorama 2

 

 

 

 

Samstag, der 20. Juni -           Finale / Finissage

 

Heute ging es bei uns besonders früh los:

Frank bereitete das St.Clemens-Hüs vor für die Finissage, das Finale des Projektes LandArt. Bilder aufhängen, den Raum vorbereiten, das Brot herbeiholen etc.

Wir haben gestern viel diskutiert, wie wir es gerne haben möchten. Nicht alle waren dabei, unsere Entscheidungen waren so vielfältig endgültig, dass wir unbedingt vorher noch mal klären mussten, wie es denn nun eigentlich wirklich sein sollte.

 

Sehr viele Menschen waren gekommen und hatten erst einmal die Gelegenheit, sich umzusehen.

Um kurz nach 13:00 Uhr eröffnete Friederike Heinecke die Veranstaltung mit einem offiziellen Dankschön an alle Beteiligten:

-          der Kurator Joachim Mocka,

-          die drei KünstlerInnen Margit Juch, Andrea Staroske und Arno Neufeld,

-          das Vorbereitungsteam bestehend aus Christa Langenhan, Frank Hansen und Rüdiger Seifert,

-          Barbara Strauß,

-          die Radlader- und Treckerfahrer am Strand,

-          den Nebeler Bürgermeister und die Nebeler Gemeindevertretung, die leider verhindert waren,

-          die genehmigenden Stellen im Amt und in der Kreisverwaltung,

-          die Schülerinnen und Schüler der öömrang-skuul,

-          Norfried Edler in China

-          und alle, die mitgemacht haben, deren Namen wir jetzt aber nicht nennen konnten.

 

Finissage Joachim Mocka gibt Erläuterungen   Finissage im ST.Clemens-Hüs Danksagungen

Finissage im St.Clemens-Hüs: Danksagungen (Friederike Heinecke) und Erläuterungen zum Projekt LandArt (Joachim Mocka)

 

Joachim Mocka gab daraufhin eine kleine Einführung in das Thema LandArt, die in diesem Jahr (vom Namen her) ihren 40. Geburtstag feiert.

Er führte Gedanken zu den Werken der drei KünstlerInnen aus und entschied dann: Jetzt geht es los, jetzt sehen wir uns das Ganze vor Ort an!

Zur Stärkung gab es noch einmal Bionade und frisches Öko-Brot, das jeder sich in einem Papiertütchen mitnehmen konnte.

 

Friederike   Christa auf der spendierten Bionade

Friederike                                              Christa auf der spendierten Bionade

 

Alle trafen sich wieder auf dem Süddorfer Parkplatz.

 

1. Station Süddorfer Parkplatz   Aufspüren der Konfi-Mandalas

1.Station: Parkplatz Süddorf                                                            Aufspüren der Konfi-Mandalas

 

Von dort ging es an den Mandalas der Konfis vorbei zur Installation von Arno Neufeld.

Er erwartete seine Besucherinnen und Besucher direkt am Anfang seiner Installation und begrüßte jede und jeden einzeln (in welche Einsamkeit wird er wohl zurückkehren, wenn er nicht mehr mit so vielen Menschen täglich Kontakt hat?).

 

Willkommen am Beginn der Installation  Arno begrüßt seine BesucherInnen   

Arno begrüßt seine BesucherInnen: Willkommen am Beginn der Installation

 

 

Wald Erläuterungen zu den schwebenden Stäben   Arno Neufeld gibt Erläuterungen vor seinen schwebenden Stäben   Friederike lauscht mit Hunden

Arno gibt Erläuterungen vor seinen schwebenden Stäben

 

Wir hatten alle genügend Zeit, den Weg der schwebenden Stäbe abzuschreiten.

In den Wald mochte niemand gehen: aus Respekt. Im Wald ist eine eigentümlich unberührte Stimmung, als wenn man dort stören würde.

Von der Brüstung des letzten Stückes Bohlenweg aus betrachteten wir die fast spinnengewebsartige Fäden- und Stäbe-Installation.

Arno Neufeld gab Erläuterungen zu seinen Gedanken und Eindrücken, die ihn zu dieser Idee und ihrer Umsetzung gebracht hatten. Es entstanden angeregte Gespräche.

 

spannender Knotenpunkt am Waldrand

Spannender Knotenpunkt am Waldrand

 

 

Weiter ging’s auf den Strand in Richtung Stelenfeld „In Memoriam“.

Margit Huch stellte sich an den Ostpunkt des Feldes, das bei der letzten Flut gestreift worden zu sein schien. Jetzt war das Meer aber weit weg.

Margit Huch sprach mit dem Wind von den sie bewegenden Gedanken, die sie zu dieser Idee geführt hatten.

 

Margit Huch gibt Erläuterungen zu dem Stelefeld   ockerfarbene Schuhe

Margit Huch gibt Erläuterungen zum Stelenfeld                                                          Spuren der Stelenlackierung

 

Wieder spielten Wind und Wolken, Wasser und Sand mit. Die Aufhäufelungen an den Stelenfüßen waren fast verweht. Und im Stelefeld waren keine Fußspuren zu erkennen.

Auch hier empfand ich eine eigentümliche Ruhe, die der gesamte Raum ausstrahlte.

Die Hunde an meiner Seite hingegen wollten voller Ungestüm spielen. Ich musste Abstand nehmen, um die anderen nicht zu stören, und bekam deshalb weniger mit.

Margit wird, ebenso wie die anderen, ihre Gedanken im Katalog darlegen, nichts geht wirklich verloren.

 

 

Und weiter ging es zu Andrea Staroskes Rasenquadrat.

 

Hunde spüren den Rollrasen auf   Andrea Staroske gibt am versandeten Rollraasenquadrat Erläuterungen

Die Hunde spüren den versandeten Rollrasen auf und Andrea Staroske erläutert

 

Vom Rollrasen war fast nichts mehr zu sehen. Nur noch eine gleichmäßige Oberfläche, einem Teppich vergleichbar, lag dort auf dem Sand.

Spuren von nackten Füßen überquerten die Fläche.

Andrea Staroske sprach von ihrer Idee: von der Entdeckung des Rollrasens um die Kirche herum auf dem Friedhof und allenthalben auf der Insel. Und sie beschrieb die z.T. kämpferischen Erfahrungen, die sie machen musste, bis der Rasen endlich auf dem Strand lag (vgl. Tagebuch).

Auch von Interaktionen mit PassantInnen war zu hören. So hat ein Gast schlicht mal die Gießkanne genommen und den Rasen gegossen, als er noch grün war.

Während sie erzählte, machten die Hunde sich auf die Suche nach dem Rollrasen unter dem Sand. Sie scharrten sehr behutsam und legten Grashalme frei – eine Interaktion, die stark auf der Grenze war, was den Respekt vor dem Kunstwerk anbelangt. Ihr Treiben wurde abgebrochen.

 

Andrea Staroske berichtete auch vom Legen der Erbsenbilder, das sie viel weniger Mühe gekostet hatte nach der großen Anstrengung mit dem Rollrasen. Von diesem inzwischen völlig vergangenen Werk sind heute nur noch Bilder zu sehen. Vielleicht findet ja noch der eine oder die andere eine Erbse im Flutsaum.

 

Inzwischen war es 16:00 Uhr geworden. Ein Regenschauer näherte sich. Joachim Mocka beendete die Veranstaltung mit einem Dank an alle Erschienenen und man ging seiner Wege: die einen Richtung Nebeler Strandübergang, die anderen in Richtung Süddorfer Strandübergang, wo die Fahrräder abgestellt waren.

 

Erschöpft und glücklich kamen Frank und ich zuhause an und machten uns sofort ans Sortieren der Bilder und das Schreiben dieses Textes. Er wird wohl vorläufig der letzte Tagebucheintrag sein.

Heute Abend werden wir mit den Beteiligten und denen, die zu ihnen gehören noch mal zusammensitzen. Jetzt gibt es keinen Leistungsdruck mehr, jetzt wird auch bei uns Entspannung und Auflösung stattfinden. Morgen werde ich über Psalm 104 aus der Übersetzung der Bibel in gerechte Sprache predigen: ein Lob auf die Schöpfung.

 

Und irgendwann – hoffentlich reicht das Geld – wird ein schöner Katalog erscheinen, der die Werke und den Prozess ihrer Entstehung würdigt.

Für die Insel ist dies ein  einmaliges Ereignis gewesen. Ich freue mich besonders für die Schülerinnen und Schüler, die einen Zugang zur LandArt, speziell zur Naturkunst bekommen haben. Eben rief eine ehemalige Konfirmandin an: sie möchte über das Projekt einen Artikel in der Schülerzeitung schreiben. Und sie fragt, ob sie Fotos bekommen kann. Na klar, kann sie!

Wir freuen uns darüber!

Wenn das nicht nachhaltig ist!

 

Zu guter letzt: den KünstlerInnen haben wir ein Buch geschenkt: Zukunftsfähiges Deutschland. Eine Studie, die für Brot für die Welt, den eed und für den BUND durchgeführt wurde über die Möglichkeiten, in diesem unserem Land ein zukunftsfähiges, gerechteres und ökologisch verantwortliches Leben zu führen. Ein Buch voller guter Ideen. Nur LandArt / Naturkunst kam – meines Erachtens – darin (noch) nicht vor…

Was nicht ist, kann ja noch werden.

 

A Dieu!“ sagen Friederike Heinecke und Frank Hansen

 

 

 

Aktions-Dokumentation der Künstler

 

landart-Dateien\LandArtDoku_Innen_kleinst.pdf

 

 

 

Feedback

 

 

FRAGEN

 

 dunkle Rollen

ausgerollt

zum Rasengrün

auf weißem Strand.

ROLLRASEN:

kunst - natur

hier in

natur - natur,

bleibt das natur

oder wird es

natur - kunst ?

ABER

rasen braucht

wasser zum wurzeln,

soll er bestehen ?

ODER

sollen

wellen und sand

den rasen

 überrollen

über kurz oder lang,

endgültig ?

 

heidemarie kugler-weiemann, juni 2009 auf amrum

 

 

 

 

Nachhaltig

 

"Mama, was macht der Mann da? " Die durchdringende Kinderstimme ließ mich zusammenschrecken. Wieder einmal war ich eingenickt bei einer Pause auf der sonnigen und windgeschützten Bank auf dem Bohlenweg zum Süddorfer Strand. Ich öffnete die Augen und sah in wenigen Metern Entfernung einen kleinen Jungen mit seinen Eltern um die scharfe Kurve des Holzstegs biegen und aus meinem Blickfeld verschwinden. Nur seine aufgeregte Stimme konnte ich noch hören. "Guck mal", rief er jetzt, "da sind lauter weiße Stöcke zwischen den Bäumen. Die hat der Mann..." Seine nächsten Worte waren nicht mehr zu verstehen.

Der Junge hatte meine Neugier geweckt. Ich stand auf, nahm den Rucksack über die Schulter und folgte der Familie. Doch meine Schritte wurden auf dem Holzsteg schnell vorsichtig. Es war ein alter Weg, die Hölzer in Längsrichtung verlegt, zehn Planken nebeneinander, jede drei bis vier Meter lang. Er müsste dringend erneuert werden, dachte ich, denn die Abstände zwischen den Bohlen waren schon viel zu groß für ein sicheres Auftreten. Das Holz schwankte und ächzte unter meinen Schritten, hier und da hob sich eines der Bretter, wo sich die Befestigungen gelöst hatten. Bei Nässe war das Holz glitschig, und ich hatte meinen heftigen Sturz noch in deutlicher Erinnerung, obwohl er viele Jahre zurücklag und auf einem anderen Weg geschehen war, der längst in neuer Bauweise mit quer verlegten Planken erneuert worden und jetzt sicher zu betreten war. Schließlich erreichte ich die Ecke, an der sich der Steg um neunzig Grad nach rechts und kurz darauf wieder um neunzig Grad nach links wendet, und blieb verblüfft stehen.

Was war hier geschehen? Ich sah nun die weißen Stäbe, von denen der Junge gesprochen hatte. Der Kleine war längst vom Bohlenweg herunter gesprungen und untersuchte eines der zahlreichen Gebilde, die zwischen Steg und den Kiefern des kleinen Wäldchens gespannt worden waren. "Das ist ein richtiger Stock, aus dem Wald. Aber ziemlich gerade und abgesägt und weiß angemalt. Und dann hat der Mann Löcher durchgebohrt, an jedem Ende eins. Da hat er das Seil durchgesteckt und angeknotet. Und dann hat er das eine Ende hier unten angebunden, und das andere am Baum."

Ich sah ebenfalls genauer hin. Der Junge hatte exakt beschrieben, die weißen Stöcke waren unregelmäßige Äste von etwa gleicher Stärke, wenige Zentimeter dick, mit einer groben Sisalschnur gespannt zwischen Bäumen und Steg. Drei, fünf, acht, zehn, dreizehn dieser aufgehängten Stäbe konnte ich auf der rechten Seite des Bohlenwegs sehen, vielleicht dreißig Zentimeter hoch über dem Waldboden. Die weißen Stäbe schienen die gleiche Länge zu haben und wirkten wie die Planken einer flachen Hängebrücke, die im Wind leise schwankte.

"Papa, was soll das?" ertönte wieder die Stimme des Kindes, " Warum hängt der Mann die Stöcke auf?" Die leisere Antwort des Vaters leuchtete mir ein:

"Ich weiß es nicht. Vielleicht will er etwas untersuchen. Der Mann ist wohl ein Wissenschaftler oder Naturschützer und macht hier ein Experiment. Mit Insekten vielleicht." Dem Jungen reichte die Erklärung nicht. Er betrachtete ein weiteres Holz von allen Seiten und rief: "Hier auf diesem läuft schon eine Ameise, Papa! Ich glaub, die Stöcke sind zum Balancieren für die Tiere, damit sie sich retten können, wenn die Flut kommt. Sie sind dann viel schneller hier oben als auf dem Boden." Ich musste lachen. Balancierstangen für die Ameisen, da konnte ich sofort weiter spinnen: Klettergarten für junge Eichhörnchen, Hürdenparcour für Wildkaninchen, Landeplätze für Vögel, Sonnenbänke für Schmetterlinge ... Der Vater dagegen nahm seinen Sohn ernst und erklärte ihm, dass eine Sturmflut die Dünen hier nicht überflute.

Aber vielleicht in wenigen Jahren, dachte ich, während ich die beiden überholte und langsam weiter schlenderte, wenn die Auswirkungen des drohenden Klimawandels spürbarer würden, dann könnte das Wasser schnell hier sein. Seltsam, wie die gespannten Seile mit den weißen Hölzern das Waldstück zwischen Bohlensteg und Fahrradstraße zerschnitten, in enge Parzellen unterteilten. War es doch ohnehin so ein schmaler Streifen, zerbrechlich wirkend beim Ansturm der Touristen, die mal eben hindurch trampelten und somit, ohne es zu beabsichtigen, zu seiner Zerstörung beitrugen.

Hinter der zweiten Kurve sah ich nun auch den Mann, von dem die Rede war. Er knotete ein Seilende um einen Stamm, dieses Mal deutlicher höher, kam aus dem Schatten der Kiefern heraus, kniete sich neben den Holzsteg, und nun stand ein weißes Zeichen in der Luft, fast senkrecht, wie ein Ausruf, eine Mahnung. Andere Stangen schienen wie lange Talbrücken die Senken des Bodens zu überspannen.

 

Ein älteres Paar kam mir entgegen. "So ein Quatsch", brummelte er, als sie vorüber waren, " das soll Kunst sein ? Das kann doch jeder." "Na, die Idee musst du schon erst mal haben", entgegnete sie. Ein Künstler also, der hier am Werke war!

 

Ich schaute ihn an, wie er jetzt im Gespräch mit der Mutter des Jungen auf dem Bohlenweg stand, und ging näher heran, um mitzuhören. Von "LandArt" war die Rede, einem Natur-Kunst-Projekt hier auf der Insel, und er sei einer von drei Beteiligten. Fragil nannte der noch recht junge Mann seine Gebilde und erklärte, er würde noch mehrere Tage weiter an seinem Kunstwerk in der Natur arbeiten. Dann hätte ich ja Gelegenheit, in den nächsten Tagen wieder vorbei zu kommen, und so machte ich Anstalten, die beiden zu überholen. Mit freundlichem Lächeln trat der Künstler einen Schritt zur Seite, ich bedankte mich und setzte meinen Spaziergang in Richtung Strand fort.

In mir jedoch arbeitete Gesehenes und Gehörtes ungewollt weiter. Weißes Holz hatte ich doch auch schon in der Natur gesehen, genau, da lag neulich dieser Stock an der Odde, lange vom Salzwasser zu Grauweiß gelaugt. Eine bestimmte Birkenart hatte ebenfalls ein solch leuchtendes Weiß. Aber warum Weiß? Weil es einen so klaren Kontrast zum dunklen Wald gab und so hell selbst in der Dämmerung  leuchtete? Oder als die Farbe der Unschuld, der unschuldigen Kreaturen, der Willkür von Wind oder Menschen preisgegeben? Fragile Gebilde, lange würden sie nicht standhalten, nicht bei Wind oder Sturm. Es brauchte doch nur eine Möwe auf dem Holzstück zu landen, und schon könnte die dünne Schnur einreißen, hinge das Holz vielleicht noch am "seidenen Faden" und läge schließlich am Boden. Feuchtigkeit ließe die weiße Farbe schwinden, und irgendwann würden Sisal und Holz vollends zerfasern, zerbröseln. Vergänglich, wie alles! Unsere kleine Spanne Leben !

Ich schob die Gedanken beiseite, atmete tief durch und blickte in die Weite, über den breiten Strand, auf das Wasser, zog dann die Schuhe aus, um barfuß am Wassersaum entlang zu spazieren, alles vergessend, leise summend. In der Ferne sah ich dunkle Hölzer aus dem Sand ragen und war mir sofort sicher, dass dort ein weiteres Kunstwerk des Projektes entstand.

Noch heute würde ich in der Kurverwaltung nachfragen. Vielleicht hatten ja diese Holzstelen mit dem  roten i und der rätselhaften Aufschrift NEBEL : LEBEN etwas damit zu tun. Ich würde mich informieren und dann wiederkommen, schließlich hatten mich schon vor bald vierzig Jahren die "Türen im Watt" eines Künstlers in Eiderstedt fasziniert.

 

Heidemarie Kugler-Weiemann, Juni 2009 auf Amrum

 

 

 

 

IN MEMORIAM

 

ein tränenort

für dich, kleiner vogel

hilflos im watt

mit einem bein

verloren

 

rotes gedenken

an das kaninchen

in seinem versteck

zerbissen

vom hund

 

grabmal

für die möwe

gebrochen am strand

erste fliegen

sind schon da

 

totenstab

für die qualle

auf dem sand

in der sonne

vertrocknet

 

 

trauerholz

für alle

verendenden vögel

das gefieder

voll öl

 

eine stele

dem schweinswal

gestrandet

kein mensch

konnte helfen

 

ein stöckchen

für dachs, den dackel

im letzten sommer

lebendig noch

nun zerfressen vom krebs

 

 

****

 

totenzeichen

rot

wie vertrocknendes blut

drei mal drei und noch mal drei

 

 

erinnerung

in reih und glied

mahnmal

für diesen moment

auf dem großen friedhof

der muscheln

 

IN MEMORIAM

FÜR DAS LEBEN

 

heidemarie kugler-weiemann, juni 2009 amrum

 

 

email von der Schule Schobüll vom 20. Juli 2009:

 

From: Birte Friedrichs

To: Pastor@amrum-kirche.de

Sent: Monday, July 20, 2009 9:28 AM

Subject: Hallo

 

Hallo Amrumer Kirche,

 

wir die Lehrerinnen aus Schobüll von der Bornschool möchten Herrn Hansen auf diesem Wege unseren Dank ausrichten. Ich hoffe er kommt an!

 

Schobuell_Panorama_1.JPG Schobuell_Panorama_3.JPG

 

Viele Grüße und wir schwelgen noch immer gern in Erinnerung an diesen tollen Tag!

 

Schobuell_Panorama_2.JPG

 

Bornschool – heute aus Schleswig von Birte Friedrichs

 

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können Sie das per Mail hier unten tun, wir freuen uns auf Ihre Nachricht:

                        => Pastorin Friederike Heinicke                         => Joachim Mocka („spiritus rector“ des Projektes)

 

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